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Liebeskummer am Deulo-Meer

Gitarrist Benni Benson und Liedermacherin Sarah Lesch prägten die Stimmung am Deuloiwtzer See musikalisch.
Gitarrist Benni Benson und Liedermacherin Sarah Lesch prägten die Stimmung am Deuloiwtzer See musikalisch. FOTO: Lydia Schauff
Atterwasch. Sand kitzelt unter den Fußsohlen und Paula singt davon "Forever Young", für immer jung zu sein – mit dem Deulowitzer See als Kulisse. Sängerin und Pianistin Paula Licht und die Los Testamentos (Kontrabass und Schlagzeug) aus Cottbus haben am Samstagabend als zweite Band die Bühne vom Open-Air-Strandkonzert am "Deulo-Meer" betreten. Lydia Schauff

Zuvor sorgten Gitarrist und Sänger Tino Wach und die Band "Vollstaendig" mit Deutsch-Rock-Pop und der Sonne im Rücken für musikalische Unterhaltung.

Zum zweiten Mal haben die Campingplatzbetreiber Steffen Krautz und Claudia Müller mithilfe verschiedener Sponsoren ein Open-Air-Konzert auf die Beine gestellt, nachdem die Premiere im Vorjahr beim Publikum gut ankam.

Und auch Petrus scheint ein Freund des Festivals zu sein, sind doch die angekündigten Gewitter schlichtweg ausgeblieben. Statt im Regen zu stehen, hatten die Künstler des Abends mit surrenden Blutsaugern zu kämpfen.

Doch die Mücken haben der Begeisterung wohl keinen Abbruch getan. Gleich nach dem Konzert hätten Besucher gefragt, ob es 2018 wieder ein Open Air geben wird, sagt Steffen Krautz und fügt an: "Die Idee ist schon, dass es nächstes Jahr eine neue Auflage gibt. Es soll aber keinesfalls ein Riesenfestival werden, sondern ein Open Air mit besonderen, speziellen musikalischen Gästen bleiben."

Der besondere Gast war am Samstagabend die deutsche Liedermacherin Sarah Lesch. Rund 400 Besucher machten es sich laut Krautz auf Decken, Stühlen und im Sand bequem und lauschten den Songs der gebürtigen Leipzigerin, die vom Leben, von der Gesellschaft, von Liebe(skummer) handeln. In "Sorry Baby" etwa schlüpft sie in die Haut ihrer besten Freundin und sagt deren Freund, der "Flachpiepe", endlich die Meinung: "Sorry Baby, aber du und ich, wir passen nur in der Mitte zusammen und weißt du, auch ein sehr großes Stück Holz macht alleine noch keine Flammen", singt sie. Und beim Lied von den Plejaden, einem Sternenhaufen, ließ der eine oder andere Zuhörer den Blick gen Himmel schweifen.

Es ist Literatur in Noten, was Sarah Lesch da singt. Zum ersten Mal war sie Gast am Deulowitzer See, sagt: "Die Landschaft ist großartig." Ob sie schon Songs fürs nächste Album schreibt? Im Moment nicht. Schließlich sei ihr aktuelles Album "Da Draußen" erst Mitte August erschienen. Ansonsten stecke sie mitten im Tourstress. Allerdings arbeitet sie gerade an Songbüchern mit Texten und Akkorden zu ihren Alben. Und eines Tages will sie gerne ein Kinderbuch schreiben.

Kinder waren beim zweiten Strandkonzert viele am Deulowitzer See. Sie tobten durch den Sand, während die Erwachsenen auf Decken und in Campingstühlen der Musik lauschten, an Granoer Wein nippten oder Bier aus Plastikbechern tranken.

Mit den Plastikbechern hatte es eine besondere Bewandnis. Die Besucher konnten die Becher in zwei blaue Tonnen werfen, um den Becherpfand von 50 Cent zu spenden; entweder an den Ballsportverein Guben-Nord oder an die Dreißig-Stiftung. Am Dienstag sollen die Becher ausgezählt werden.

Mehr Bilder vom Open Air gibt es hier .