Von Thomas Engelhardt

Das war’s! Es ist Mittwoch, 17.50 Uhr, als Kerstin Nedoma (Linke) den öffentlichen Teil der Gubener Stadtverordnetenversammlung (SVV) beendet – und damit zugleich die 6. Legislaturperiode dieser SVV seit der politischen Wende. Was folgt, ist noch ein kurzer nichtöffentlicher Teil, dann gehen die Abgeordneten auseinander. Und in dieser Zusammensetzung werden sie auch nicht mehr im Sitzungssaal des Rathauses zusammenkommen. Denn nach der Wahl am 26. Mai wird die Gubener SVV ein anderes Aussehen haben. Das liegt unter anderem daran, dass manch Abgeordneter nicht mehr kandidiert.

Genau das gilt auch für Kerstin Nedoma, die nach rund drei Jahrzehnten Kommunalpolitik nicht mehr zur Wahl antritt. Sie hatte in den vergangenen fünf Jahren als Vorsitzende der SVV die Geschicke des Gremiums entscheidend mitgeprägt. Und so zog sie in einer Rede, in der ganz zum Schluss auch ein Stück Wehmut mitschwang, Bilanz für diese Zeit.

Sie dankte allen Abgeordneten für ihre Bereitsschaft, etwas für ihre Stadt zu tun. Es seien fünf intensive, arbeitsreiche Jahre gewesen. Insgesamt 56 Sitzungen fanden statt, 589 Beschlüsse wurden dabei gefasst – die Entscheidungen vom Mittwoch noch nicht mitgezählt. Das Ringen um den besten Weg sei manchmal mühselig gewesen. Und ja, es habe Ereignisse gegeben, auf die sie auch hätte verzichten können.

Wichtig war Kerstin Nedoma auch, klarzustellen, dass Stadtverordnete eine hohe Verantwortung übernehmen – und dies im Ehrenamt tun. Und dass die Abgeordneten viel Zeit, Kraft und Ausdauer in die Ausübung dieses Ehrenamtes investierten. „Das hat bei aller Kritik auch Anerkennung verdient.“ Allen Abgeordneten überreichte Kerstin Nedoma deshalb ein Dankeschön-Buch mit einem Foto, aufgenommen am ersten Sitzungstag im Juni 2014, und eine Flasche mit Granoer Wein. Zudem wird in Kürze im Sitzungssaal eine Tafel mit den Namen aller Abgeordneten dieser Legislaturperiode angebracht.

Auch Bürgermeister Fred Mahro (CDU) zog eine Bilanz der zu Ende gegangenen Legislaturperiode. Wie sein Fazit ausfiel, lesen Sie am Freitag.