Für den Nachmittag hatten die Organisatoren zu einer Lesung in die Stadtbibliothek eingeladen, bei der drei Kurzgeschichten vorgetragen werden sollten. "Die Akzeptanztour ist seit zwölf Jahren unterwegs und war 2000 schon mal in Guben. Damals wie heute ist uns das Hissen der Regenbogenfahne nicht genehmigt worden", war von Lars Bergmann, dem Leiter der Brandenburger Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange, zu erfahren. Er kritisierte erneut die Entscheidung. Mit dem Hissen der Fahne hätte die Stadt ein Zeichen setzen können. "Schließlich steht die Regenbogenfahne für Respekt und Vielfalt."

Mit der Tour wolle man ein Bewusstsein schaffen, unter anderem für die Frage, wo Diskriminierung anfange, die es auch heute noch gebe. "Diese Diskriminierung ist oft in Unsicherheit begründet. Es gibt sie sowohl in kleinen Städten wie Guben als auch in Großstädten wie Berlin", so Bergmann.

Äußeres Zeichen der Unsicherheit ist für den 28-Jährigen die Tatsache, "dass die meisten einen Haken um uns schlagen, weil sie der Auseinandersetzung aus dem Weg gehen wollen". So wie auf dem Gubener Dreieck: Nur wenige Passanten nehmen das Angebot zu einem Gespräch an oder eine Flyer mit. "Mit ein paar jungen Leuten sind wir ins Gespräch gekommen, einige haben uns gesagt, dass sie die Aktion nicht gut finden." Kein Problem für Bergmann: "Uns sollen gar nicht alle toll finden."