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Chemiesporthalle
LED-Licht für Gubens Sportler

Thomas Jänsch von den Städtischen Werken Guben ist zufrieden mit der neuen LED-Beleuchtung in der Chemiesporthalle in der Kaltenborner Straße.
Thomas Jänsch von den Städtischen Werken Guben ist zufrieden mit der neuen LED-Beleuchtung in der Chemiesporthalle in der Kaltenborner Straße. FOTO: sha
Guben. Hell strahlen die neuen Energiespar-Lampen in der Chemiesporthalle. Auch Straßenlaternen werden Schritt für Schritt ausgetauscht. Silke Halpick / sha

Die größte und am meisten frequentierte Sporthalle der Stadt in der Kaltenborner Straße ist jetzt mit LED-Lichttechnik ausgestattet. Das soll 1800 Euro an Stromkosten pro Jahr sparen. "Die größte Herausforderung war, dass die Spieler nicht geblendet werden", sagt Thomas Jänsch, Medienmanager bei den Städtischen Werken Guben (SWG).

Alle 250 Leuchtstoffröhren an der Decke wurden gegen 30 LED-Module ausgetauscht. "Jetzt ist es deutlich heller", stellt Jänsch fest. Lag die Lichtstärke vor der Umstellung bei 300 Lux, sind es jetzt mehr als 500 Lux. Damit die Handballer des SV Chemie Guben in der Halle blendfrei spielen können, wurde eine hohe Zahl an LED-Leuchten eingebaut, die zusätzlich gedimmt werden können. Die Nutzer haben die Auswahl zwischen drei Lichtszenarien. Ein spezieller Sensor reagiert auf Tageslicht und fährt bei Sonne die Beleuchtung automatisch herunter.

Fast 35 000 Euro hat der Einbau gekostet, der von Ende Juni bis Mitte August 2017 vonstattenging. Das Geld dafür kommt aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes Brandenburg. Selbst der Eigenanteil der Stadt in Höhe von zehn Prozent wird über das Bundesförderprogramm für finanzschwache Kommunen finanziert. Die neue Beleuchtung gibt es für Guben quasi zum Nulltarif.

"Nun müssen wir sehen, wie die Steuerung bei den Nutzern ankommt", sagt Jänsch. Durchaus vorstellbar für den Medienmanager ist, dass auch weitere Sporthallen in Guben umgerüstet werden. Insgesamt sechs Objekte gibt es im Stadtgebiet, die von Schulen, Vereinen und anderen Institutionen rege genutzt werden.

"Deutlich besser als vorher" sei die Beleuchtung, sagt Uwe Koschack, Vorsitzender des SV Chemie Guben, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Dieses Feedback habe er von den Handballern nach den ersten Spielen der Saison erhalten. In der Halle tragen Männer, Frauen sowie der Nachwuchs die Heimspiele aus. "Keine Verbesserung und keine Verschlechterung" hat hingegen Gunnar Geilich vom Jugendförderverein Fun feststellen können. Er kennt die neue Beleuchtung bisher nur als Zuschauer. Erst ab Dezember spielen die von ihm trainierten Nachwuchsfußballer wieder in der Halle.

Planmäßig weiter läuft auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Aktuell werden 225 Natrium-Dampfleuchten beispielsweise in der Deulowitzer und der Gubiner Straße ausgetauscht. Damit steigt die Zahl der LED-Lampen auf fast 1000 an, was einem Drittel der gesamten Straßenbeleuchtung entspricht. Auch dafür gibt es Fördermittel in Höhe von 20 Prozent aus dem Energie- und Klimafonds des Bundesumweltministeriums.

Finanziert wird die Umrüstung über einen Einsparvertrag zwischen der Stadt Guben und der SWG. Das Unternehmen nimmt den Kredit auf, die Stadt zahlt wie bisher die Lichtpunktpauschale für die Unterhaltung der Lampen. Mithilfe der gesenkten Energiekosten kann die SWG das Darlehen zurückzahlen. Alle darüber hinausgehenden finanziellen Vorteile gehen an die Stadt. Vertraglich garantiert werden 13 000 Euro pro Jahr.

Der erste Einsparcontracting-Vertrag zwischen Stadt und SWG läuft bereits seit 2013. "Die Auszahlungen haben unserer Erwartungen übertroffen", sagt Sven Rogosky, Baufachbereichsleiter im Gubener Rathaus. Rund 45 000 Euro fließen jährlich in die Stadtkasse.

Über den Abschluss des neues Vertrages müssen die Gubener Stadtverordneten am 18. Oktober entscheiden.

Zum Thema:
Guben gehört zu den Kommunen in Land Brandenburg, die schon sehr frühzeitig mit der Umstellung ihre Straßenbeleuchtung auf LED-Technik begonnen haben. Ziel ist nicht nur die Senkung der Stromkosten, sondern auch die Minderung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat Guben seinen CO-Ausstoß um 43 Prozent reduziert und damit das deutsche Klimaschutzziel von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 bereits übererfüllt. (sha)