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| 19:59 Uhr

Lange Partynacht statt Schlagerstars

Im Vorjahr stand Alexander Knappe auf der Bühne. Diesmal soll die Partyband "Na Und" die ganze Nacht lang für Stimmung sorgen.
Im Vorjahr stand Alexander Knappe auf der Bühne. Diesmal soll die Partyband "Na Und" die ganze Nacht lang für Stimmung sorgen. FOTO: utr1
Guben. Die Gubener feiern ihre Walpurgisnacht traditionell auf dem Lok-Sportplatz. Hier sangen schon "De Randfichten", Achim Petry und Alexander Knappe. Das Spektakel, das vom ESV Lok Guben organisiert wird, ist jedoch ein Minusgeschäft. Nun will der Verein einen Neustart wagen. Silke Halpick

"Das Walpurgisfeuer auf dem Lok-Sportplatz gibt es schon ewig", erzählt Dirk Fischer, Vorsitzender des ESV Lok Guben. Vor rund fünf Jahren hatten die Sportler die Idee, das Traditionsfest auf ein "anderes Niveau" zu heben. "Wir wollten uns als Verein positionieren und einmal im Jahr etwas ganz Besonderes für die Gubener und für uns machen", betont Fischer. Gesagt, getan. Die Premiere bestritten im Jahr 2012 "De Randfichten", deren Hit "Holzmichl" sie berühmt machte. Rund 800 Zuschauer pilgerten damals zum ersten Open-Air-Konzert auf den Lok-Sportplatz. "Das hat phänomenal eingeschlagen", erinnert sich Fischer.

Dieser Erfolg blieb aber eine Ausnahme. Nur noch rund 400 zahlende Gäste wollten ein Jahr später Achim Petry mit den Hits seines berühmten Vaters Wolfgang Petry hören. Auch der gebürtige Gubener Alexander Knappe, bekannt durch Songs wie "Weil ich wieder zu Hause bin", kam 2015 nicht über diese Marke - und blieb hinter den Erwartungen zurück. "Der Platz war voll, die Stimmung toll", erinnert sich Fischer. Doch die rund 400 verkauften Karten haben nicht einmal ausgereicht, um die Kosten zu decken, schiebt er nachdenklich hinterher.

Für den Sportverein ist das finanziell ein Desaster: Mit den Einnahmen aus dem Walpurgisfest sollte eigentlich der Sportbetrieb finanziert werden. "Wir wollten nicht immer nur überall um Unterstützung betteln gehen, sondern auch selbst aktiv werden", begründet der Lok-Chef. Das sei jedoch nicht gelungen, wie er einräumt. "Wenn wir in diesem Jahr nicht wieder mehr Gäste auf den Sportplatz locken, wird es wohl die letzte Feier dieser Art sein", kündigt er an.

Mit seinen rund 200 Mitgliedern gehört der ESV Lok Guben zu den größten Sportvereinen in der Neißestadt. Die Zahl der Aktiven sei "stabil" und im Gegensatz zu anderen Vereinen mit Nachwuchssorgen sogar "eher steigend", wie Fischer sagt. Sehr erfolgreich sind derzeit beispielsweise die Kegel-Frauen, die mit dem Aufstieg in die Verbandsliga in der höchsten Liga überhaupt spielen. Auch die erste Billard-Mannschaft kann sich in der ersten Bundesliga behaupten. Und Vereinsmitglied Heiko Kappel wurde zuletzt zum "Sportler des Jahres" in Guben gewählt.

Um auch wieder mit der Walpurgisnacht bei den Gubenern punkten zu können, hat der Verein jetzt sein Konzept vollkommen umgestellt. Statt einem Konzert mit anschließendem Feuer steht nun eine komplette "Partynacht" auf dem Programm, wie Fischer erklärt. Engagiert wurde die Live-Band "Na Und", die ab 19 Uhr und dann bis in die Morgenstunden spielen wird. Gegen 20.15 Uhr ist das traditionelle Walpurgisfeuer mit "heroischer Begleitmusik" eingeplant, betont Fischer.

"Na Und ist in unserer Region absolut bekannt und beliebt", sagt Fischer. Der Verzicht auf große Namen bei der diesjährigen Walpurgisfeier spiegelt sich auch in den Eintrittspreisen wider. Mit zwölf Euro im Vorverkauf sind die Karten rund ein Drittel günstiger als noch in den Vorjahren. Die Tickets gibt es in den Fischer-Autohäusern in Guben, Cottbus und Forst, beim Gubener Marketing- und Tourismusverein in der Frankfurter Straße, beim Fabrikverein in der Mittelstraße (hier auch online) sowie in der Sportlerklause direkt auf dem Lokplatz.