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Spree-Neiße
Landrat Altekrüger schaut sich im Tierheim Guben um

Bei Ingeborg Primm (l.) und Tierheimleiterin Kerstin Martin informierte sich der Landrat (r.) über die Situation im Gubener Tierheim.
Bei Ingeborg Primm (l.) und Tierheimleiterin Kerstin Martin informierte sich der Landrat (r.) über die Situation im Gubener Tierheim. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Guben. Leiterin und Verein sprechen Probleme an: fehlendes Geld und Verantwortliche für Fundtiere. Von Katrin Kunipatz

Mehr Platz für die Katzen, mehr Geld für festes Personal und vor allem bessere Luft im Hundehaus – so lassen sich die Wünsche von Tierheimleiterin Kerstin Martin zusammenfassen. Doch es gibt noch viele andere Punkte, die sie Landrat Harald Altekrüger (CDU) bei seinem Besuch im Gubener Tierheim mit auf den Weg gibt.

Am Freitag vergangene Woche startete er seine Themenbesuche in den Tierheimen des Landkreises. „Es ist eine tolle Arbeit, die ehrenamtlich und privat finanziert geleistet wird“, sagte der Landrat. Klar ist ihm, dass Tierheime ein städtisches Thema sind. Trotzdem wolle er sich Gedanken machen, wo der Landkreis möglicherweise helfen kann.

Beim Rundgang durch das Gubener Tierheim machte Leiterin Kerstin Martin auf die vielen kleinen und größeren Probleme aufmerksam. Am schwierigsten sei es für den Verein genügend Mitarbeiter zu haben, die sich an 365 Tagen im Jahr um die Lebensversorgung der Tiere kümmern, erklärt Ingeborg Primm, Schatzmeisterin des Tierheimvereins. Im Moment sind es sieben Ehrenamtliche, ein Azubi, eine Tierpflegerin in Teilzeit und die Tierheimleiterin, die sich um insgesamt 110 Katzen und 20 Hunde kümmern.

Und dann gibt es noch die Problemfälle. Beispielhaft stellte Kerstin Martin dem Landrat drei etwa acht Jahre alte Hunde vor, die als Fundtiere vor drei Monaten ins Tierheim kamen. „Sie sind ängstlich, menschenscheu, können nicht an der Leine laufen“, sagt sie. Eine Hundetrainerin, die ebenfalls Vereinsmitglied ist, arbeitet bereits mit den Tieren und gibt auch den Mitarbeitern Hinweise. Ob die drei jemals vermittelt werden können ist unklar. Gleiches trifft auf einige andere Hunde und Katzen zu, die bereits älter, chronisch krank oder verhaltensauffällig sind. Sie werden im Tierheim bleiben und müssen entsprechend versorgt werden. Die Kosten dafür, wie auch für alles andere, muss der Verein aufbringen, erläutert Schatzmeisterin Ingeborg Primm. Zwar gibt es für Fundtiere einen festen Satz, den die Stadt Guben pro Tag bezahlt. Diese Unterstützung endet jedoch nach maximal 35 Tagen. „Ohne unseren Sponsor, die Terra Mater Umwelt- und Tierhilfe aus Baden-Württemberg, könnten wir nicht überleben“, soPrimm.

Zur Sprache kommt auch der Umgang mit Fundtieren. Im Moment bleibt es oft an den ehrenamtlichen Tierheimmitarbeitern hängen, diese auch in der Nacht einzufangen. Uwe Schulz, als Fachbereichsleiter in der Stadt Guben auch für die Fundtiere zuständig, schlägt dem Landrat einen „Einfangdienst“ vor. Es wäre gut, wenn es eine Firma gäbe, die für so etwas zuständig wäre.

Landrat Altekrüger hört sich alles. Konkrete Versprechen macht er nicht. Er wolle erst mit allen Tierheimen sprechen und anschließend nachdenken, wo man helfen kann.