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| 20:00 Uhr

Sportliche Aktion in Guben und Gubin
Läufer überwinden Grenzen

170 Kinder im Vorlauf und 520 Erwachsene im Hauptlauf gingen beim "Lauf ohne Grenzen" am Samstag an den Start.
170 Kinder im Vorlauf und 520 Erwachsene im Hauptlauf gingen beim "Lauf ohne Grenzen" am Samstag an den Start. FOTO: Ute Richter
Guben. Innerhalb von 40 Minuten waren bereits alle 300 Startplätze auf polnischer Seite belegt.

Sport verbindet Länder, Kulturen und vor allem die Menschen miteinander. In Guben und Gubin ist das in jedem Jahr der deutsch-polnische „Lauf ohne Grenzen“ durch die Doppelstadt, den stets die Laufgemeinschaft BiegamBoLubie (BBL) mit Unterstützung aus Guben und Gubin organisiert. Gefördert wird er von der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

„Wir feiern gemeinsam, wir arbeiten gemeinsam, und heute laufen wir gemeinsam“, hatte Gubens Bürgermeister Fred Mahro zur Eröffnung des Laufes gesagt, bevor er selbst an den Start ging.

Zum sechsten Mal fand der „Lauf ohne Grenzen“ grenzüberschreitend statt. Punkt 11 Uhr erfolgte der Startschuss zum Hauptlauf über 10 000 Meter, der als zweifacher Fünf-Kilometer-Rundkurs auf den Straßen von Guben und Gubin über Grenzbrücke und Neißeinsel verlief. Die Strecke ist vom europäischen Leichtathletikverband verifiziert, und so sind die Rekorde, die bei diesem Lauf erreicht werden, offiziell anerkannt.

Krzysztof Zdobylak, Büroleiter des Bürgermeisters Fred Mahro, erzählt, dass innerhalb von 40 Minuten alle 300 Startplätze auf polnischer Seite belegt waren. Ganze 520 Läuferinnen und Läufer, so viele wie noch nie, waren am Samstag dabei.

„Beim ersten Lauf vor sechs Jahren waren es noch 200 Teilnehmer. Das hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert“, berichtet Krzysztof Zdobylak. „Wenn wir 800 Plätze zu vergeben hätten, würden wir auch die loswerden“, sagt er. Denn etliche professionelle Läufer aus Polen kommen gern zu dem Guben-Gubiner Lauf. „Es hat sich herumgesprochen, dass hier eine gute Organisation von einem guten Ambiente umrahmt wird. Das finden die Profis interessant“, so der Büroleiter, der selbst vom ersten Jahr an mitläuft.

 Von Anfang an dabei sind auch Mitglieder der Laufgruppe von Chemie Guben. Mit acht Personen standen sie in diesem Jahr im Starterfeld. „Es ist für uns immer wieder schön, hier mitzulaufen“, sagte Annegret Sernau. Erst Ende September hatten sie am Staffellauf Gubin-Krosno mit zwei Mannschaften teilgenommen. „Auch das hat uns großen Spaß gemacht, denn die Organisation hier in Polen ist immer hervorragend“, sagten die Gubener Läufer. Neben der Radsportfamilie Gottschlag gingen auch Anke Schmidtchen und Laura Böhme an den Start. Sie laufen jeden Sonntag gemeinsam und haben ihre wöchentliche Trainingseinheit dieses Mal um einen Tag vorverlegt. Moralische Unterstützung bekamen sie von Ute Gerhard, die sonst auch mitläuft, aber bei Wettkämpfen die Frauen lieber anfeuert.

 Das erste Mal dabei war in diesem Jahr eine Gruppe der Cottbuser Parkläufer. Die 13 Männer und Frauen hatten durch Zufall von dem Lauf in Gubin erfahren. „Zwar haben wir in jedem Jahr am Staffellauf Cottbus-Zielona Gora oder umgekehrt teilgenommen, aber von diesem Lauf hatten wir noch nie gehört“, erzählt Volker Vogt. Die Männer und Frauen freuten sich, hier teilnehmen zu können, symbolisiert in ihren Augen doch diese gemeinsame Aktion die Verbundenheit beider Länder.

 Im Vorlauf  gingen 170 Kinder an den Start zum „Lauf mit dem Meister“. Circa 400 Meter war ihre Strecke lang.  Paweł Januszewski, ein ehemaliger polnischer Leichtathlet, der im 400-Meter-Hürdenlauf zur Weltklasse zählte, aber auch mit der polnischen Vier-mal-400-Meter-Staffel Endläufe bei internationalen Meisterschaften erreichte, mischte sich unter die Mädchen und Jungen und lief mit ihnen gemeinsam die Strecke.

 „Es war wieder eine tolle Veranstaltung, die der guten Zusammenarbeit Gubens und Gubins einmal mehr Ausdruck verleiht“, so Krzysztof Zdobylak. Er war rundum zufrieden mit dem Verlauf. Auch die übrigen deutschen und polnischen Teilnehmer äußerten sich durchweg positiv. Alle Läuferinnen und Läufer erhielten eine Medaille und ein T-Shirt. „Im nächsten Jahr wird es eine kleine Überraschung geben, aber das soll noch geheim bleiben“, so der Büroleiter des Gubener Bürgermeisters.