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| 02:44 Uhr

Kunst und Käse zum Abschalten beim Ziegenwirt

Aus Holz und Marmor ist auch diese Installation von Ryszard Zajac, an der Klaus-Bernd Günther für das Foto Platz genommen hat. Foto: bob
Aus Holz und Marmor ist auch diese Installation von Ryszard Zajac, an der Klaus-Bernd Günther für das Foto Platz genommen hat. Foto: bob FOTO: bob
Döbern. Stress und Hektik – so etwas gibt es hier nicht. Wer den kleinen Ziegenhof von Klaus-Bernd Günther in Pusack an der Neiße betritt, hat den Alltag fast schon mit dem ersten Schritt vergessen. Zu idyllisch ist es in dem kleinen Garten, der seit Kurzem auch eine Kunstausstellung beherbergt. Bodo Baumert

"Mythos in Marmor und Holz" heißt die Ausstellung mit Werken des Künstlers Ryszard Zajac, die derzeit in der Cottbuser Oberkirche St. Nikolai gezeigt wird. Marmor und Holz hat Zajac auch im Garten von Klaus-Bernd Günther installiert. Die Werke sind überall auf dem Grundstück verstreut.

Ein "Tor zur Seligkeit" hängt gleich am Eingang. Es ist fast symbolisch für Günthers kleine Wohlfühloase.

"In bin sein Trauzeuge", erklärt Günther die Verbindung zum Forster Künstler. Nach einem Fest im Garten habe man die kleine Freiluft-Ausstellung aufgebaut, die Besuchern und Radfahrern auf dem vorbeiführenden Oder-Neiße-Radweg jederzeit offensteht. Ein über der Eingangstür angebrachtes Stück hat es dem Hausherren besonders angetan. "Es passt sehr gut. Vielleicht behalten wir es", sagt Günther. Bis in den Herbst, möglicherweise bis zum Saisonausklang im Oktober, soll die Ausstellung in Pusack bleiben.

Über mangelnde Arbeit können sich der ehemalige Sozialarbeiter und seine Frau trotz des schlechten Wetters der vergangenen Wochen nicht beklagen. "Wir haben mehr Gäste als im Vorjahr", sagt Günther. Werbung macht er für seinen Ziegenhof und die hauseigene Käseproduktion nicht. "Das läuft über die Mundpropaganda. Die Leute kommen einfach", sagt Günther und lacht. Über die Welt jenseits des steilen Hügels hinter dem Dorf muss er nicht nachdenken. "Die Welt kommt zu uns."

Und wer zu Besuch kommt, vergisst schnell, was außerhalb von Pusack geschieht. Am "Entschleunigungstisch" verlieren selbst Manager bei hausgemachtem Ziegenkäse und Wein vom nahen Jerischker Berg die Lust, über Büro oder ihr iPad nachzudenken. Empfang hätten sie ohnehin kaum.

Günther ist zufrieden mit seinem Leben - auch mit den wenigen idyllischen Dingen. "Man muss das wollen", sagt er. Jeden Morgen und jeden Abend müssen die Ziegen gemolken werden. "Wir haben keinen Tag, an dem wir mal keine Lust haben dürfen", so Günther.

Eine Ausnahme wird es in diesem Jahr allerdings geben. Am 8. und 9. September bleibt der Ziegenhof geschlossen. "Das gab es noch nie", sagt Günther. Er und seine Frau sind zum Küchengartenfest im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau eingeladen. An einem Stand sollen sie ihren Ziegenkäse anbieten. "Wir sind eingeladen worden und machen das sehr gerne", sagt Günther. Mit einem Bioweinbauern am benachbarten Stand will Günther die Besucher verwöhnen - ganz so, als wären sie im Garten des kleinen Pusacker Ziegenhofs.