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| 10:36 Uhr

Kabarett
Oderhähne begeistern mit ihrem neuen Programm

Für Margit Meller, Madlen Wegner und Ralph Richter von den Oderhähnen ging es Mittwochabend „Abwärts nach oben“.  Foto: Ute Richter
Für Margit Meller, Madlen Wegner und Ralph Richter von den Oderhähnen ging es Mittwochabend „Abwärts nach oben“. Foto: Ute Richter FOTO: Ute Richter
Guben. Wie ein Fahrstuhl einen Einstieg in die Analyse der Politik bietet und ein Ausflug ins Schulleben die Fürsten aufleben lässt.

Mit ihrem neuen Programm „Abwärts nach oben“ gastierten am Mittwochabend die Kabarettisten der Frankfurter Oderhähne in der Fabrik. So wie die Regierung das Volk mitnehmen will, nehmen die Kabarettisten das Publikum mit auf die Fahrt im Aufzug durch die politischen Etagen. Der Fahrstuhl bleibt auf halber Strecke stehen, das Licht fällt aus, die drei Insassen stecken fest. Eine an sich beklemmende Situation ist Ausgangspunkt für das neue Stück. Erst ging gar nichts, dann ging es zumindest abwärts, weil „alles sinkt – die Moral, der Meeresspiegel und letztlich auch noch Helene Fischer“. Margit Meller, Madlen Wegner und Ralph Richter nutzen die Zeit im Fahrstuhl, um sich Gedanken zu machen. „Dann sprechen wir mal Tacheles!“, so Margit Meller. Darüber, dass „deutscher Humor ist, wenn man trotzdem nicht lacht“. Oder über das Gespenst AfD. Legendär ist auch stets die Verkörperung Angela Merkels durch Margit Meller. Die typische Handbewegung sowie den entsprechenden Ton hat sie drauf. Das kommt gut beim Publikum immer gur an.

Die Oderhähne sind dafür bekannt, alles auf den Punkt zu bringen, auch wenn sie manchmal drum herum reden. Da gibt es Episoden aus den Schulen, wo es heute noch Karten im Geografieunterricht gebe, „da ist Deutschland noch geteilt – in Fürstentümer“. Der Schulalltag spielt in dem neuen Stück eine große Rolle. Zum Beispiel die frustrierte Lehrerin, die es mit übereifrigen Eltern ihres völlig unfähigen Sprösslings mit „Hochbegabtenambitionen“ zu tun hat – die Kabarettisten spielen ihre Rollen großartig und bekommen tosenden Applaus.

Offene Ohren hatten sicher auch die Frauen der Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt, die am Mittwochabend den Kabarettbesuch gleich als ihre Weihnachtsfeier nutzten.

Geschrieben hat das neue Stück der Oderhähne übrigens Gastautor und -regisseur Lothar Bölck. Er hat dem Kabarett-Trio das 60 Seiten starke Stück mit vielen Liedern auf den Leib geschrieben. Die bekannten Melodien mit den neuen Texten wurden arrangiert vom musikalischen Leiter der Oderhähne, Ulli Schreiner.

(utr)