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Krippenspiel
Junge Gemeinde erzählt von Vater Martin

Die Geschichte von Vater Martin brachte die Junge Gemeinde der Evangelischen Kirchengemeinde Guben zur Jugendchristvesper am Tag vor Heiligabend zur Aufführung in der Klosterkirche. ⇥Foto: Ute Richter
Die Geschichte von Vater Martin brachte die Junge Gemeinde der Evangelischen Kirchengemeinde Guben zur Jugendchristvesper am Tag vor Heiligabend zur Aufführung in der Klosterkirche. ⇥Foto: Ute Richter FOTO: Ute Richter
Guben. Mitglieder präsentieren in Guben eine Weihnachtsgeschichte von Leo Tolstoi.

Anders als in anderen Kirchengemeinden feiern die Gubener ihre Jugendchristvesper bereits einen Tag vor Heiligabend. Das hat in der Neißestadt inzwischen schon eine zehnjährige Tradition. Am 23. Dezember nämlich präsentieren die Mitglieder der Jungen Gemeinde stets ein Krippenspiel, das sie eigens für diesen Abend einstudiert haben. Und meist weicht es etwas vom traditionellen Krippenspiel ab.

War es im Jahr 2016 noch eine ganz moderne Version der klassischen Weihnachtsgeschichte, so kam in diesem Jahr die Geschichte „Ein großer Tag für Vater Martin“ von Leo Tolstoi auf den Theater-Kirchen-Boden. Das berühmte russische Weihnachtsmärchen handelt vom alten Schuhmacher Vater Martin. Er lebt ganz allein für sich in einem gemütlichen kleinen Dorf im weiten Russland. Er ist fast immer fröhlich. Am Heiligen Abend soll Jesus bei ihm einkehren, und deshalb wartet Martin ganz gespannt auf ihn. Dabei merkt der Schuhmacher gar nicht, dass mit dem Straßenkehrer und der jungen, armen Frau mit Kind der Erlöser nebst Begleitung längst bei ihm gewesen war. Ihnen half er mit heißen Getränken, Milch und Schuhen für das Baby.

Die Moral von der Geschichte lautet: Es kommt nicht darauf an, was man hat. Ein gutes Herz, um anderen zu helfen, ist wichtiger als Ruhm und Geld. Es kommt viel zurück, wenn man gibt.

Mit den Jugendlichen einstudiert hat das Krippenspiel Diakon Ralf Hornung-Petit. Er betreute drei Krippenspiele, neben dem in Guben auch die der Jungen Gemeinden in Forst und Noßdorf. Doch die in Guben sei schon etwas Besonderes, weil es eben nicht die klassische Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesus war, so der Diakon.

Obwohl: Wenn Vater Martin nicht am Fenster stand beim Warten auf Jesus, sondern in seinem Sessel am Ofen saß, dann las er sie: die Geschichte von Maria, Josef und dem in der Heiligen Nacht in einem Schafstall geborenen Kind.

Natürlich wurde am Vortag des Heiligen Abends auch in der Klosterkirche gesungen. Zu hören waren dabei altbekannte Weihnachtslieder.