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| 17:35 Uhr

Guben
Selbst Kantor Vorrath ist gerührt

Zahlreiche Besucher haben sich das Abschlusskonzert zur Chorreise des ökumenischen Klosterkirchen-Ensembles am Sonntagnachmittag in der Klosterkirche nicht entgehen lassen.
Zahlreiche Besucher haben sich das Abschlusskonzert zur Chorreise des ökumenischen Klosterkirchen-Ensembles am Sonntagnachmittag in der Klosterkirche nicht entgehen lassen. FOTO: Ute Richter
Guben. Gubener Klosterkirchenensemble begeistert bei acht Konzerten in drei Ländern. Von Ute Richter

Wieder gut zu Hause angekommen sind die 64 Sänger und 16 Instrumentalisten des ökumenischen Klosterkirchen-Ensembles am Samstagabend nach ihrer 48. Chor-Reise. 2300 Kilometer, acht Konzerte und viele schöne Eindrücke und Erlebnisse liegen hinter den Teilnehmern im Alter von acht bis 78 Jahren.

„Das war die bisher härteste Reise überhaupt“, so Kantor Hansjürgen Vorrath beim großen Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag. Sechs Tage mit einem engen Zeitplan bei fast täglichen 500 Kilometern Autobahn und über 30 Grad Celsius gingen auch an den Sängern und Musikern nicht spurlos vorüber. So standen sie drei Stunden in einem Megastau, mussten dadurch sogar ein Konzert ausfallen lassen. In besonderer Erinnerung ist ihnen der Auftritt bei einer Hochzeit im tschechischen Nosislav geblieben. Trotz einer halben Stunde Verspätung des Chores wartete die Braut vor der Kirche und schritt erst mit dem Gesang der Gubener den Kirchengang entlang. „Das war am 8. 8., das Paar hatte sich vor genau zehn Jahren kennen gelernt. Das war sehr emotional, auch weil die Hochzeitsgesellschaft nur zehn Personen zählte und im Chor 64 Männer, Frauen und Kinder singen“, so die Chormitglieder.

Als sehr freundschaftlich und respektvoll beschreiben die Sänger und Musiker auch den Umgang untereinander während der gesamten Reise. Diese führte sie nach Plauen ins Vogtland, nach Geilsdorf, Brumovice und Nosislav in Tschechien, Wels und Kremsmünster in Österreich sowie Finsterbergen. Viel Lob und Zuspruch haben die Gubener bei ihren Konzerten erfahren, was sie sehr stolz macht.

Ganz beeindruckt waren Sänger und Instrumentalisten von der Gastfreundschaft. „Wir wurden so gut aufgenommen, ja richtig verwöhnt“, berichten die Tourteilnehmer. Tolle Buffets zum Abendbrot hätten sie an manchen Stellen bekommen. Übernachtet haben die Gubener eher spartanisch zumeist in Massenunterkünften. Nur einmal waren sie in Privatunterkünften untergebracht. Einmal musste ein Teil der Gruppe sogar in einer Kirche übernachten, weil der Platz im Gemeindehaus nicht ausreichte. Doch die Teilnehmer sahen es als Abenteuer: „Wer kann schon sagen, dass er mal in einer Kirche genächtigt hat.“

Geschwärmt haben die Männer und Frauen des Ensembles am Sonntagnachmittag beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Pfarrgarten von den Kindern im Team. In diesem Jahr waren nicht nur Gubener, sondern auch Forster Mädchen und Jungen dabei. Deshalb waren es auch so viele wie noch nie. Es sei schön gewesen zu sehen, wie sich die Jugendlichen um die Kleineren gekümmert haben. Unter den Kindern war auch ein syrisches Mädchen. Sie habe die Tourteilnehmer nicht nur einmal mit Äußerungen zu unterschiedlichen Situationen zum Nachdenken angeregt.

Natürlich wurde auch gesungen, mittlerweile richtig professionell. Und das nicht nur bei den sieben Konzerten auf ihrer Chorreise, sondern auch bei ihrem Abschlusskonzert am Sonntagnachmittag in der Klosterkirche. Knapp zwei Stunden dauerte das Programm des Laienchores. Maßgeblich zusammengestellt hatte es Hansjürgen Vorrath, der seit 1983 Kantor der evangelischen Klosterkirche in Guben ist. Werke alter Meister wie Samuel Scheidt, Antonio Vivaldi oder auch Johann Sebastian Bach erklangen ebenso wie Arrangements christlicher Popularmusik von Hansjürgen Vorrath. Gut besucht waren die Konzerte der Gubener. Und auch am Sonntag war die Klosterkirche fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Als sehr erhaben, aber durchweg grandios beschrieben die Besucher dieses Konzert. Auch Landrat Harald Altekrüger war ganz angetan von den Gubener Musikern.

Traditionell bedanken sich die Chor- und Orchestermitglieder zum Ende des Konzertes und somit auch der Chorreise bei ihrem Kantor. „Ein Riesenhoch auf seine Leistung“, waren sich alle einig. Auch bei allen fleißigen Helfern, bei ihren Familien sowie den Sponsoren bedankten sich alle. Als Überraschung für Hansjürgen Vorrath gab es ganz zum Schluss dann noch eine besondere Version des Titels „Jubitate“, die die Sänger und Instrumentalisten ohne sein Wissen eingeübt hatten. Der Kantor war gerührt.