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Kunst
Himmlische Bilder im Gubener Wilkestift

Birigt Wolff verwendet in ihren Bildern viel Gold, das auch die anderen Farben verstärkt und aufwertet, wie sie sagt.
Birigt Wolff verwendet in ihren Bildern viel Gold, das auch die anderen Farben verstärkt und aufwertet, wie sie sagt. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Guben. Künstlerin Birgit Wolff zeigt abstrakte Werke zu biblischen Themen und christlicher Mystik. Die Ausstellung ist bis zum Jahresende zu sehen.

„Die Bilder zeigen meine Einstellung zu Himmel und Erde“, sagt die Rothenburger Künstlerin Birgit Wolff während der Vernissage im Weiten Raum des Naemi-Wilke-Stiftes in Guben. 65 Werke, die alle im Verlauf eines Kalenderjahres entstanden, sind noch bis Ende 2017 in den Fluren des Krankenhauses zu sehen.

Es dominiert die Farbe Gold, die seit jeher auch für die Darstellung von Ikonen verwendet wird. „Das Gold stärkt die anderen Farben und edelt sie“, findet Wolff. Sie bleibt beim Rundgang durch die Ausstellung an einem Christusbild stehen. Gemalt habe sie es exakt zu dem Zeitpunkt, als ihr Mann an einem anderen Ort von seiner schweren Erkrankung erfuhr, erzählt sie. Andere ihrer Zeichnungen sind ganz von Licht erfüllt, die die Auferstehung symbolisieren, und Engeln. Inspiriert fühlt sich Birgit Wolff auch von Mysterikerinnen wie Hildegard von Bingen.

Geboren wurde die Künstlerin 1961 in Berlin. „Das kritische Jahr des Mauerbaus“, wie Pastor Stefan Süß, Rektor der Wilkestiftes, in seiner Eröffnungsrede betont. Ihr künstlerisches Potenzial konnte die junge Frau in der DDR nicht entfalten, was letztlich zu ihrer Ausbürgerung führte, berichtet Süß.

Gemeinsam mit ihrem Mann gründete Birgit Wolff später eine freie Waldorfschule in Berlin, arbeitete als Kunsttherapeutin in Behinderteneinrichtungen, im Gefängnis, in Altenheimen und mit schwierigen Jugendlichen. Dabei setzte sie sich bei der Arbeit auf dem Papier und in den Diskussionen immer wieder mit der Frage auseinander, was nach dem Tod wohl kommen mag.

(sha)