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Krone für die Apfelkönigin Lydia

Lydia Günther ist die 23. Gubener Apfelkönigin. Im Konfettiregen bekam sie von ihrer Vorgängerin Antonia Lieske die Krone aufgesetzt.
Lydia Günther ist die 23. Gubener Apfelkönigin. Im Konfettiregen bekam sie von ihrer Vorgängerin Antonia Lieske die Krone aufgesetzt. FOTO: utr1
Guben. Lydia Günther (33) heißt die 23. Gubener Apfelkönigin. Gegen 18.30 Uhr bekam sie von ihrer Vorgängerin Antonia Lieske unter Glitzerregen die Krone aufgesetzt. Ute Richter / utr1

Für sie war dieses Festwochenende total aufregend und spannend. Nach den ganzen Querelen rund um dieses Amt war es für sie, aber auch ihren Mitbewerber oberste Priorität, Guben positive Schlagzeilen zu bereiten. Und deshalb gratulierte auch Konkurrent Steffen Heese mit als Erster: "Ich bin ein fairer Verlierer und wünsche der jungen Heilsarmistin viel Freude beim Ausüben ihres Ehrenamtes."

Nach dem Versuch, das Appelfest nur an einem Tag zu feiern, folgte auf Anregung der Gubener doch wieder ein zweitägiges Fest. Und so umfasste das Programm am Samstag und Sonntag künstlerische Darbietungen, Produktschauen sowie die traditionelle Ehrung eines Gubeners oder Schenkendöberners mit dem "Goldenen Apfel" für besonderes Engagement. Diesen "Goldenen Apfel" vergab der Marketing- und Tourismusverein (MUT) in diesem Jahr an die junge Generation. Mit Thomas Laugks hat erstmals ein 18-Jähriger diesen Preis für besondere Leistungen erhalten. Und tatsächlich ist der junge Mann, der gerade sein Abitur abgeschlossen hat, schon oft auffällig in Guben geworden. Und das nur in positiver Hinsicht. Sei es als Klassensprecher am Gymnasium, als Landessieger in Geografie, als Planer der Talentshow, die jährlich zum Frühlingsfest stattfindet, als Mitbegründer der Schüler GmbH Weinbau und nicht zuletzt als Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirates. "Es ist großartig, dass die Jury auch mal an die Jugend gedacht hat. Für mich ist das ein Grund mehr, nach Guben zurückzukehren, auch wenn ich jetzt wegen meines Lehramtsstudiums nach Potsdam gehe", sagte Thomas Laugks nach seiner Ehrung.

Nicht fehlen durfte auch in diesem Jahr die Siegerehrung im Armbrustschießen. Traditionell werden dazu die Medaillenplätze in der Halle der Schützen beim Schützenverein Rot-Weiß des PSV Guben mit der Armbrust erkämpft. Schützenkönig 2017 wurde Peter Wiepke, gefolgt vom 1. Ritter Jörg Unger und 2. Ritter Jan-Georg Möller. Bei den Damen siegte Julia Bukowski. Die ersten Plätze beim mittlerweile ebenfalls traditionellen Sommerbiathlon für Kinder, bei dem der Nachwuchs mit einem Lasergewehr schießen durfte, erkämpften sich Glenn-Lukas Linz und Anna Morcinek.

Besonders beliebt sind stets die Angebote in der Alten Färberei, die aus dem einstigen Apfeltag in das Gubener Appelfest integriert wurden. Sie werden von der Stadt, der Pomologischen Gesellschaft und Pro Guben organisiert. Seit zwei Jahren präsentieren die Bubbatzfreunde aus Kerkwitz in einer Ausstellung ihre Traktoren. Am Sonntagvormittag luden die Kirchengemeinde Guben und die Heilsarmee zu einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, sich bei der Offenen Kirche im Guten Hirten eine Verschnaufpause vom Partygeschehen zu gönnen.

Die Gastmajestäten sind traditionell am Tag der Krönung zahlreich in Guben zu Gast. Neben der Peitzer Teichnixe, der Forster Rosenkönigin, der Spremberger Spreenixe und Jutta von Kittlitz sind an beiden Tagen auch die "Alten Äppel", der Club der ehemaligen Apfelköniginnen, ein Hinkucker. Sie alle sind stets auch die Jury für die Kreativ-Wahl des MUT. In diesem Jahr ging es um Gießkannen, die die Gubener mit unglaublichem Aufwand gestalteten. Bei der Wahl der schönsten Gießkanne konnte sich Melanie Heinrich aus Guben über den ersten Platz freuen.

Für die Besucher war das zweitägige Appelfest durchaus gelungen, auch wenn der Sonntag anfangs etwas verregnet war. Für manche Festbesucher waren die Preise für Essen und Getränke etwas übertrieben, aber gefeiert wurde trotzdem an beiden Tagen ausgelassen. Das war vor allem bei den Höhepunkten zu sehen. Die Kinder aus Gubener Kitas, das Mitmachmusiktheater "Zwulf und Zwusel", die Tänzerinnen der Musikschule, das Wolfgang Petri-Double aber auch die zahlreichen Musikformationen spielten jeweils vor vollen Bankreihen.

Für MUT-Chefin Kerstin Geilich und ihr Team war es ein tolles, wenn auch anstrengendes Appelfest, für welches sich der große Aufwand lohnt.