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| 15:33 Uhr

LR vor Ort
Kreis will Verkehrslärm berechnen

Groß war die Resonanz, als RUNDSCHAU-Redakteurin Silke Halpick (Mitte) in Lübbinchen mit Vertreterinnen des Landkreises, Mitgliedern des Ortsbeirats und Bürgermeister Peter Jeschke (2.v.r.) ins Gespräch kam.
Groß war die Resonanz, als RUNDSCHAU-Redakteurin Silke Halpick (Mitte) in Lübbinchen mit Vertreterinnen des Landkreises, Mitgliedern des Ortsbeirats und Bürgermeister Peter Jeschke (2.v.r.) ins Gespräch kam. FOTO: Werner Roswitha / FOTO-Werner
Lübbinchen. Danach fällt Entscheidung über Tempo 30 in Lübbinchen. Pinnow und Staakow auch betroffen. Von Katrin Kunipatz

Der Lärm vorbeirasender Lkw stört die Lübbinchener seit Jahren. Anlass für die RUNDSCHAU im Rahmen der Reihe „LR vor Ort“ mit Einwohnern und Verantwortlichen des Landkreises nach einer Lösung zu suchen. Über 30 Einwohner folgten der Einladung und berichten von ihrem Ärger.

Mitten durch den Ort führt die Bundesstraße 320. Stark zugenommen habe der Verkehr seit in Jamlitz die Eisenbrücke abgerissen und die B 320 auch für größere Lkw passierbar wurde, beschreibt Bürgermeister Peter Jeschke (CDU) die Situation. Das Haus von Petra und Bernd Resag steht genau an der Straße. „Wir haben tags und nachts keine Ruhe und können die Fenster nicht aufmachen“, sagt Petra Resag.

Henry Trautmann wohnt am Ortsende von Lübbinchen. Er beobachtet, dass die Lkw scheinbar ohne abzubremsen den Berg runter in den Ort rollen. Die zu hohe Geschwindigkeit sei Ursache des störenden Lärms, so Ortsbeiratsmitglied Jürgen Soremba. „Und Lärm macht krank“, sagt er mit Verweis auf wissenschaftliche Untersuchungen. Soremba vermutet auch, dass in seinem Haus spürbare Erschütterungen, verursacht von den schweren Holzlastern, bereits zu Schäden an dem Gebäude geführt haben.

Zwei Vorschläge machen die Lübbinchener, um die Geschwindigkeit der Lkw und damit den verursachten Lärm zu reduzieren: eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw auf 30 km/h oder Verkehrsinseln an den Ortseingängen. Marlies Kulka ist beim Landkreis als Fachbereichsleiterin unter anderem für Verkehr verantwortlich. Sie erläutert, dass es nur unter bestimmten Bedingungen möglich die Geschwindigkeit zu reduzieren und die müssten rechtssicher und für jeden Einzelfall nachgewiesen werden.

Sabine Pohle untermauert die Beobachtung der Einwohner mit Zahlen. Zwischen 2005 und 2010 hat der Lkw-Verkehr zugenommen. Rund 220 Fahrzeuge über 3,5 Tonnen passieren täglich Lübbinchen. Sie bestätigt auch, dass etliche Lkw und Pkw im Ort zu schnell fahren. „Doch allein dieses Verhalten berechtigt uns nicht, 30 anzuordnen, damit tatsächlich 50 gefahren wird“, sagt sie. Ob Verkehrsinseln tatsächlich zu einer Beruhigung beitragen, zweifeln nicht nur die Vertreterinnen des Landkreises, sondern auch einige Gäste an. Für bauliche Veränderungen an der B 320 wäre der Landesbetrieb verantwortlich und der sehe keinen Veränderungsbedarf, zitiert Kulka aus einer Anfrage an die Behörde.

Der Verkehrslärm könnte das richtige Argument sein, um eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu rechtfertigen. „Dazu muss der Lärm-Mittelungspegel berechnet werden“, erklärt Pohle. Dies geschehe für das am dichtesten an der Straße befindliche Haus. „Wir werden als Landkreis beim Landesbetrieb die entsprechende Berechnung für Lübbinchen fordern“, verspricht Pohle. Bis das Ergebnis vorliegt, könne ein halbes Jahr vergehen. Für Lübbinchen ist der Und Alfred Hallex, Ortsvorsteher von Staakow, möchte, dass Pinnow und Staakow, die ebenfalls an der B 320 liegen, bei der Lärmermittlung berücksichtigt werden.

Sabine Pohle, Sachgebietsleiterin Verkehr beim Landkreis
Sabine Pohle, Sachgebietsleiterin Verkehr beim Landkreis FOTO: Werner Roswitha / FOTO-Werner
Jürgen Soremba, Mitglied im Ortsbeirat
 Lübbinchen
Jürgen Soremba, Mitglied im Ortsbeirat Lübbinchen FOTO: Werner Roswitha / FOTO-Werner