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| 19:15 Uhr

Streit mit Messer und Beil
Kreis bemüht um Aufklärung nach Gubener Gewalttaten

Guben/Forst. In zwei Wochen kam es in einem Wohnverbund zweimal zu blutigen Auseinandersetzungen.

Der Landkreis, die Polizei, die Stadt, der Betreiber und die Ausländerbehörde Cottbus/Spree-Neiße wollen kurzfristig zusammenkommen, um konkrete Maßnahmen zur Lösung der Probleme in dem Gubener Wohnverbund zu besprechen, in dem Flüchtlinge leben. Innerhalb von nur knapp zwei Wochen war es kürzlich zu zwei blutigen Auseinandersetzungen gekommen, einmal zwischen Syrern, einmal zwischen einem Syrer und einem Äthiopier. Bei der ersten Auseinandersetzung war sogar ein Beil im Spiel, Personen mussten sich in ein Büro retten. Mindestens ein junger Syrer war an beiden Zwischenfällen beteiligt.

Das Landratsamt macht auch die spezielle Konstellation der Bewohner in der Deulowitzer Straße 33 für die immer wiederkehrenden Probleme – unter anderem auch mit Drogen – verantwortlich. Das Gebäude sei kein Asylbewerberheim. Heißt: Es leben dort nicht nur Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Darüber hinaus sind in dem Haus auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebrach, Personen mit Bleiberecht leben ebenfalls dort. Nicht für alle ist der Kreis verantwortlich. Wer Bleiberecht hat, ist beim Jobcenter gemeldet, mietet seine Wohnung selbst. Die Einflussmöglichkeiten des Kreises sind gering, vor allem, weil es sich bei dem Gebäude um ein privates handelt. Wem der Vermieter die Wohnungen gegen Miete zur Verfügung stellt, bleibt im Grunde ihm überlassen. Der Kreis wiederum mietet dort Wohnungen für die Personen, die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.

Darüber hinaus sei die Deulowitzer Straße 33 auch für diejenigen Flüchtlinge ein Treffpunkt, die dort gar nicht wohnen. Viele sind in Wohnungen im Stadtgebiet untergebracht. Dennoch bleibe der soziale Mittelpunkt das Haus am Rande der Altstadt.

Die Ermittlungen nach den gewaltsamen Streits in den vergangenen beiden Wochen laufen noch. Erst danach werden weitere Fakten zu den Hintergründen öffentlich werden.

Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) spracht die Zwischenfälle beim Neujahrsempfang an, betonte, dass trotzdem Asyl ein Grundrecht bleibe und rief zur Faktentreue auf.