„Wir sind mit dem Ergebnis im Jahr 2003 sehr zufrieden. Wir liegen innerhalb der Genossenschaftsbanken über dem Durchschnitt“ , erklärten die Vorstände Herbert Herrig und Werner Großkopf gegenüber der RUNDSCHAU.
Große Sorgen bereitet der VR Bank allerdings das Kreditgeschäft. „Die akuten Risiken sind bemerkenswert hoch“ , führte der Vorstand gegenüber den Mitgliedern aus. „Strukturelle Risiken bestehen in den zehn größten Krediten sowie in der Konzentration auf einzelne Branchen.“ Insbesondere das Bauhaupt- und -nebengewerbe sei betroffen, ergänzte Herbert Herrig gestern. „Das ist aber auf die weiter verschlechterte Entwicklung sowie das schwache wirtschaftliche Umfeld der Bank mit einer hohen Arbeitslosenquote zurückzuführen.“
Um „eventuell zukünftig auftretenden Kreditausfällen“ vorzubauen, habe die Bank vergangenes Jahr 400 000 Euro als Vorsorge gebildet. Bei neuen Kredit-Anträgen geht die VR Bank entsprechend vorsichtiger um. „Oft müssen wir bei Kreditnehmern unsere Unterstützung aus Risikogesichtspunkten versagen“ , erfuhren die Mitglieder während der Generalversammlung vom Vorstand. „Aufgrund unserer Marktverantwortung für unser Geschäftsgebiet tun wir dies aber oft nicht.“ Anders ausgedrückt: Die Bank geht dann doch Risiken ein, die sie eigentlich vermeiden möchte. „Wir lassen unsere Kunden nicht so schnell im Regen stehen“ , umschreibt es Herbert Herrig. Und an die Konkurrenz in der Region gerichtet, ergänzt der Forster VR-Vorstand: „Auch unsere Mitbewerber sollten sich ihre Marktverantwortung stärker vor Augen führen.“
Die VR Bank hat zwar ihr Personal aus der Filiale an der Berliner Straße von Forst abgezogen. Die Automaten blieben jedoch an diesem Standort. Die Außenstelle habe defizitär gearbeitet, begründete Herbert Herrig den Schritt. Außerdem seien in der Hauptstelle an der Gubener Straße bessere Voraussetzungen für eine Beratung. „Wir ziehen uns aber nicht aus der Region zurück“ , baut Werner Großkopf etwaigen Vermutungen vor. Die Filialen in Döbern und Guben stünden nicht zur Disposition. „Da geben wir Bestandsgarantie“ , so Großkopf.
Unverändertes Ziel der Genossenschaftsbank sei es, mehr Privatkunden und Mitglieder zu gewinnen, wie Herbert Herrig ergänzte. Für das laufende Jahr erwarte die VR Bank ein ähnliches Ergebnis wie 2003. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 41 Mitarbeiter, darunter sind zehn Auszubildende.

Hintergrund Die VR Bank in Zahlen
  Die Volks- und Raiffeisenbank Forst (künftig nur noch kurz VR Bank) weist für das Jahr 2003 eine Bilanzsumme von gut 100 Millionen Euro aus. Das sind knapp 17 Millionen Euro weniger als 2002. Der Rückgang um 14,3 Prozent resultiert aus einer nicht näher erläuterten Großeinlage aus dem Jahr 2002, die vergangenes Jahr vom Kunden bis auf knapp vier Millionen Euro wieder verfügt wurde. Die Einlagen der Kunden beliefen sich vergangenes Jahr auf 75,3 Millionen Euro (-18,4 Prozent). Die Kundenkredite verringerten sich um sechs Prozent auf 52,3 Millionen Euro (-3,3 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss beträgt knapp 142 000 Euro, davon werden insgesamt 97 000 Euro als fünfprozentige Dividende an die Mitglieder ausgezahlt.
Die VR Bank zählt rund 10 500 Kunden, etwa 9000 davon sind Privatkunden. Das Kreditgeschäft wird jedoch zu 62 Prozent mit gewerblichen Kunden angebahnt. Zum Jahresende 2003 waren über 2900 Kunden auch Mitglieder der Bank, 200 mehr als 2002. Aktuell hat die VR Bank gut 3100 Mitglieder.