| 15:42 Uhr

Kreative Lösungen statt Starrsinn

Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: M. Behnke (DC)
Kommentar. Die Neuzeller Privatschule ist kein Hort für Eliten. Längst ist sie ein bemerkenswert etablierter Bestandteil der Bildungsvielfalt in der Südbrandenburger Provinz. Jan Siegel

Klar, müssen die Eltern ein monatliches Schulgeld bezahlen. Aber bei Beträgen um die 100 Euro und Sozialstipendien für sozial Schwächere ist die Schule keineswegs ein Refugium für die Sprösslinge von Neureichen und Millionenerben. Im Gegenteil, dort lernen auf bemerkenswerte entspannte Weise Schüler aus mehreren Erdteilen zusammen mit dem Nachwuchs aus Guben, Eisenhüttenstadt, Schenkendöbern oder Groß Drewitz. Privatwirtschaftliche Hemdsärmlichkeit und bürokratische Paragrafenreiterei bringen jetzt gar nichts. Notwendig ist vielmehr die kreative Suche nach machbaren Lösungen. Das gilt für den Schulträger genauso wie für die Ministerien.

Ein privater Träger betreibt eine Schule nur dann, wenn sie sich rechnet. Die Wirtschaftlichkeit in Neuzelle sichern vor allem die ausländischen Schüler mit Schulgeld, Internatsgebühren und staatlicher Bildungsfinanzierung. Ohne diese Schüler funktioniert die "Klosterschule" wirtschaftlich nicht. Die Ministerialen sollten sich nicht vorwerfen lassen, mit verwaltungstaktischen Schachzügen, ideologische Schlachten zu schlagen. Auch wenn die Brandenburger Sozialdemokraten nicht als die ganz großen Fans von Privatschulen gelten. Eine Katastrophe wäre das Aus der Bildungseinrichtung nicht für den privaten Träger. Der ist anderweitig breit aufgestellt. Eine Desaster aber wäre das Aus für die Gemeinde Neuzelle und die Stiftung Stift Neuzelle, die ihren wichtigsten Mieter verlöre. Aber vor allem wäre das Ende der Neuzeller Schule ein herber Verlust für die Bildungsvielfalt im strukturschwachen Südosten Brandenburgs.