ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:53 Uhr

Jahresfeier
Naemi-Wilke-Stift feiert 140 Jahre

Rektor Stefan Süß freut sich auf das Fest zum 140. Geburtstag und kündigt Investitionen an.
Rektor Stefan Süß freut sich auf das Fest zum 140. Geburtstag und kündigt Investitionen an. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
guben . Für das kommende Jahr 2019 sind Investitionen in Höhe von einer Million Euro geplant. Von Michéle-Cathrin Zeidler

In diesem Jahr begeht das Gubener Naemi-Wilke-Stift seinen 140. Jahrestag. Die Erfolgsgeschichte des Krankenhauses beginnt allerdings mit einem tragischem Tod: Naemi Wilke, Tochter des Gubener Hutfabrikanten Friedrich Wilke, verstarb im Alter von knapp 14 Jahren an Typhus. „Damit die Kinder in der Stadt besser versorgt werden können, stiftete ihr Vater das Naemi-Wilke-Stift im Jahr 1878“, erzählt Rektor Stefan Süß.  „Da es in der Region damals keine Fachkräfte gab, wurden aus dem Diakonissenhaus in Dresden zwei Kräfte abgeworben.“ 1879 kam zum 14-Betten-Kinderkrankenhaus ein Kindergarten hinzu, 1884 wurde ein Diakonissenmutterhaus Kaiserswerther Prägung eröffnet.

„Heute sind im Stift 425 Beschäftigte festangestellt“, zeigt der Pastor die Entwicklung auf. Zahlreiche neue Arbeitsfelder wie Anästhesiologie mit Intensivmedizin, Chirurgie, Innere Medizin und Orthopädie wurden erschlossen.

„Den größten Mitarbeiterzuwachs gab es 1992 durch die Zusammenlegung der Stiftung mit dem kommunalen Krankenhaus Guben“, so Stefan Süß, der seit 1991 die Stiftung leitet.

Es folgten etappenweise Vergrößerungen. Zunächst wurde in den 1990er-Jahren das Gebäude der Stiftung renoviert. Im Jahr 2000 konnte der erste Abschnitt des Krankenhausneubaus eingeweiht werden,  2007 folgte die Eröffnung des zweiten Bettenhauses mit einem neuen OP-Bereich, der Zentralsterilisation und dem Labor. „2012 war der Neubau schließlich komplett fertig und das Krankenhaus zog um“, erinnert sich Pastor Süß. Der historische Altbau des Gubener Krankenhauses beherbergt seither Arztpraxen der Medizinischen Einrichtungsgesellschaft.

„Heute geht es dem Stift gut. Die Investitionen sind immer zur richtigen Zeit gekommen“, sagt Stefan Süß. Auch die Zufriedenheit unter der Belegschaft ist hoch, dies würden unabhängige Befragungen belegen. „In den vergangenen Jahren hat die Stiftung schwarze Zahlen geschrieben, aber wie jedes Krankenhaus müssen wir jedes Jahr kämpfen“, ergänzt der Rektor.

Es habe allerdings auch Zeiten gegeben, in denen die Rechnung nicht aufging: „Es hat uns schwer getroffen, als die Kinderstation und die Gynäkologische Abteilung geschlossen wurde.“ Diese politische Entscheidung konnte die Stiftung nicht beeinflussen. „Wir haben jeweils zwei Jahre gebraucht, um über Investitionen in andere und neue Fachbereiche diesen Wegfall auszugleichen,“ sagt er.

Nachdem das Stift erst Anfang des Jahres einen Umbau im Altbau für das Chirurgische Ambulanzzentrum in Höhe von rund einer Million Euro abschließen konnte, gibt es bereits Pläne für weitere Investitionen. „Wir wollen uns noch einmal baulich erweitern. Unsere Krankenhaus Ambulanz platzt aus allen Nähten“, erklärt Süß die Notwendigkeit weiterer Investitionen. „Außerdem brauchen wir mehr Betten in der Wachstation.“ Aus diesem Grund sollen die Flure an diesem Gebäudeteil auf allen Etagen erweitert werden. „Das würde eine Menge entlasten“, so der Rektor. Noch müsse allerdings der Vorstand die Pläne in Höhe von rund einer Million Euro aus Eigenmitteln  absegnen.  Das Ziel sei es, im Jahr 2019 mit dem Bau zu beginnen.