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| 16:17 Uhr

Kommunalwahl in Guben
Schüler fragen SVV-Kandidaten

 Rund 80 Schüler von der Europaschule und dem Pestalozzi-Gymnasium waren zur Diskussion mit Kandidaten für die nächste Gubener Stadtverordnetenversammlung in die Alte Färberei gekommen.
Rund 80 Schüler von der Europaschule und dem Pestalozzi-Gymnasium waren zur Diskussion mit Kandidaten für die nächste Gubener Stadtverordnetenversammlung in die Alte Färberei gekommen. FOTO: LR / Daniel Schauff
Guben. Rund 80 Schüler der beiden weiterführenden Schulen diskutieren in der Alten Färberei. Dabei werden nicht nur die Positionen der Kandidaten beim Thema Jugendförderung deutlich, sondern auch, wie sehr sich das Stadtparlament womöglich ändern wird. Von Daniel Schauff

Der Kinder- und Jugendbeirat lädt ein, rund 80 Schüler vom Gymnasium und der Europaschule kommen. Acht Kandidaten von acht Parteien und Wählergruppen sitzen auf dem Podium in der Alten Färberei und stellen sich den Fragen des Nachwuchs.

„Warum stellen Sie sich der Kandidatur?“, will Moderator Sebastian Matschke, Schüler am Gubener Gymnasium, wissen. „Was begonnen wurde, will ich fortsetzen“, sagt Monika Birkholz (FDP), nennt Schulsozialarbeiter und Streetworker für Guben als wichtige Errungenschaft für die Jugendlichen in der noch laufenden Legislaturperiode. Steffen Buckel-Ehrlichmann (Linke) betont den Einsatz seiner Partei für den Touristenstützpunkt am Deulowitzer See. Er sei überzeugt, dass der in Gubener Hand bleiben müsse und weiter als Kinder- und Jugend-Ferienangebot betrieben werden müsse. Werner Fuchs (Grüne) nennt Umwelt und Mobilität als die Themen, für die er im Stadtparlament eintrete. Außerdem setze er sich dafür ein, dass die Schüler später in Guben Arbeit finden könnten. Berit Kreißig (Wir Gubener Bürger) betont, dass sie sich beim Thema Bildung und Jugend besonders engagiere und weiter engagieren wolle. „Wenn man sich politisch engagiert, kann man etwas für Jugendliche in Guben erreichen“, sagt sie. Aber auch die Älteren dürften nicht vergessen werden. Stefan Labahn (SPD) will die Jugend mehr beteiligen. „Mir ist es wichtig, dass wir Politik machen, die auch den jüngeren Gubenern etwas bringt“, sagt er. Thomas Laugks (CDU) stimmt zu. Auch er wolle die Bedürfnisse der Jugend in Guben vertreten, sich für die deutsch-polnische Zusammenarbeit einsetzen. Daniel Münschke (AfD) will den Wirtschaftsstandort Guben stärken, eine engere Zusammenarbeit mit der Cottbus-Senftenberger Uni schwebt ihm vor, ein stärkerer Einzelhandel in der Stadt. Einzelkandidat Klaus Schneider nennt die Themen Kitas und Schulen, Ausstattung in den Bildungseinrichtungen und die Sportstätten in der Stadt als Schwerpunkte bei seinen „jugendlichen Themen“.

Das Podium am Montagvormittag macht deutlich, wie sehr sich die Stadtverordnetenversammlung in Guben nach der Kommunalwahl verändern könnte. Zwei Parteien, SPD und CDU, haben ihre jüngsten Kandidaten geschickt. Stefan Labahn ist Jahrgang 1996, Thomas Laugks 1999 geboren. Die CDU habe eine Reihe jüngerer Kandidaten ins Rennen geschickt, sagt Laugks. Insgesamt drei Listenkandidaten bei der CDU sind unter 35 Jahre alt. Bei der SPD ein ähnliches Bild. Neben Labahn kandidieren zwei weitere Kandidaten unter 35. Mit der AfD will eine neue Partei ins Stadtparlament einziehen.

Sicherheit spielt bei den Jugendlichen eine Rolle, ebenso die Industrie in Guben. Aber auch die Frage, was die potenziellen Stadtparlamentsmitglieder dafür tun, dass Jugendliche in Guben bleiben. „Was tust du, damit du in Guben bleibst?“, fragt Berit Kreißig. Die Podiumsgäste antworten fast einstimmig: Die Politiker könnten für die weichen Standortfaktoren sorgen, auch für die Förderung des Kontakts zwischen Schulen und Industrie. Die Vorbereitungen aufs Arbeitsleben aber seien Aufgabe der Schüler. Steffen Buckel-Ehrlichmann: „Wer in Guben bleiben will, muss sich ein Stück weit an die Gegebenheiten in Guben anpassen.“ Anders als noch vor 15 Jahren gebe es jetzt Ausbildungsplätze in der Stadt, sagt Schneider. Wichtig sei, dass Schulen und Industrie zusammenarbeiten. Und dass möglichst viele Firmen in Guben ausbilden, wie Labahn betont.

Mehr zu den Positionen der Stadtparlementskandidaten für Guben auf www.lr-online.de/wahlen

In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Teilnehmer der Diskussion könnten nicht wählen. Das ist nicht korrekt, die Schüler haben zum größten Teil das 16. Lebensjahr erreicht, dürfen damit an der Kommunalwahl teilnehmen. Den Fehler bitten wir zu entschuldigen.

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin