Von Thomas Engelhardt

Wenn Gubens neue Stadtverordnetenversammlung (SVV) sich am 25. Juni zu ihrer ersten Sitzung nach der Wahl vom Sonntag trifft, dann wird diese SVV ein völlig neues Gesicht haben. Denn die Wähler haben die Zusammensetzung des Stadtparlamentes mit ihrem Votum kräftig durchgemischt.

Klarer Sieger der Wahl ist die AfD. Sie holte mit 26,72 Prozent mit klarem Vorsprung die meisten Stimmen. Und sie hatte mit Daniel Münschke auch jenen Kandidaten in ihren Reihen, der die meisten Einzelstimmen auf sich vereinigte, exakt 2715. Damit zieht die AfD aus dem Stand mit acht Abgeordneten in den Stadtrat.

Die zwei weiteren Gewinner des Tages sind die zwei angetretenen Wählergruppen. GUB-SPN konnte sein Ergebnis von 9,34 Prozent im Jahr 2014 auf 11,92 Prozent steigern. Das bedeutet, dass die Wählergruppe wie vor fünf Jahren drei Sitze im neuen Parlament erhält.

Noch besser lief es für die zweite Wählergruppe WGB. Sie konnte ihr Ergebnis von 8,44 Prozent aus dem Jahr 2014 fast verdoppeln. kam auf 15,22 Prozent. Und das brachte der Gemeinschaft dann auch eine Verdopplung der Sitze ein: Künftig vertreten vier Abgeordnete WGB in der SVV.

Relativ stabil präsentierte sich die CDU. Zwar ging ihr Stimmenanteil von 16,80 auf 15,43 Prozent zurück, und auch bei den Sitzen mussten die Christdemokraten den Verlust einer Stimme im Rat hinnehmen, sind jetzt mit vier Abgeordneten, unter anderem dem jüngsten Kandidaten der Wahl, Thomas Laugks, am Start. Dieser Verlust ist aber durchaus moderat im Vergleich zu anderen Parteien.

Denn wo es Sieger gibt, muss es bei einer Wahl auch Verlierer geben. Der eindeutig größte Verlierer des Tages ist in Guben die FDP. Vor fünf Jahren unter anderem aufgrund der Diskussion um die Personalie Klaus-Dieter Hübner mit 22,12 Prozent und sechs Sitzen noch zweitstärkste Kraft im Parlament, gaben dieses Mal nur noch 4,3 Prozent der Wähler den Liberalen ihre Stimme. Sie sind somit künftig nur noch mit einer Einzelkämpferin im Rat vertreten.

Ebenfalls heftige Verluste musste Die Linke hinnehmen. 2014 mit 25,29 Prozent und sieben Sitzen stärkste Kraft, kam sie dieses Mal praktisch nur noch auf die Hälfte dieses Anteils. 12,89 Prozent bedeuten vier Sitze in der SVV.

Und auch die SPD konnte beim Wähler weniger punkten. Statt 11,28 gab es dieses Mal nur 7,49 Prozent. Damit sitzen nur noch zwei Sozialdemokraten im der SVV.

Mit 2,45 Prozent konnten die Grünen ihr Ergebnis gegenüber 2014 leicht verbessern. Für sie sitzt weiter Werner Fuchs in der Stadtverordnetenversammlung. Und auch Einzelbewerber Klaus Schneider schaffte mit 2,73 Prozent den Sprung in die SVV.

Erfreulich ist, dass die Gubener wieder mehr Interesse an der Wahl hatten. Lag die Wahlbeteiligung 2014 noch bei 42,45 Prozent, so stimmten dieses Mal 51,01 Prozent ab.