Christian Pietsch steigt aus seinem roten Geländewagen, und die Kinder stürmen auf ihn zu. Die meisten kennen den Tierdoktor schon, schließlich kommt er nicht zum ersten Mal ins Kinderhaus, und außerdem ist er auch Granoer. Händeschütteln und dann geht's rüber ins Schulgebäude.
Dort, im Foyer, befindet sich der kleine Schulzoo. Erste Station ist die große Vogelvoliere. Natürlich wissen Gina, Wiebke und Max, dass dort Wellen- und Nymphensittiche ihr Zuhause haben. Von Christian Pietsch erfahren sie, dass die bunten Wellensittiche in der freien Natur viel kleiner und auch nicht ganz so bunt sind. Die erste Frage stellt Kerstin Hobritz, Lehrerin und Tier-AG-Leiterin der Schule: „Die Sittiche knabbern immer die Schaumstoffplatten an. Ist das gefährlich„“ Der Arzt beruhigt sie: „Die Tiere fressen nicht die Flocken, sondern sie wollen den Kleber, der ist nämlich süß. Das ist aber nicht gefährlich.“ Die Kinder erfahren, dass die Sittiche mit dem Papagei verwandt sind und dass sie für den Nymphensittich einen großen Käfig brauchen.
Dann rollt eine Fragenlawine auf den Doktor zu: Warum schnattert unser Wellensittich manchmal wie verrückt“ Warum vertragen die Vögel nicht so viel Weintrauben„ Warum fühlen sie sich vor allem auf modrigen Baumstämmen wohl“ Was ist das richtig Futter für die Sittiche? Mit Geduld und Sachkenntnis beantwortet Christian Pietsch alle Fragen. Florian will wissen, wie alt ein Hund werden kann. Er erfährt, dass das von der Rasse abhängt, dass die ältesten Hunde 20 bis 21 Jahre werden.
Wie lang die Krallen des Meerschweinchens sein dürfen, will der Nächste wissen. Da appelliert der Tierarzt an die Erfahrung mit den eigenen Fingernägeln. Dann will er wissen, ob Meerschweinchen wirklich aus dem Meer kommen. Die Kinder wissen es nicht, erfahren, dass die kleinen Nager aus den südamerikanischen Bergen kommen und lieber karge Kost mögen.
Nächstes Thema sind die Tiere des Waldes, die die Mädchen und Jungen recht gut kennen. Florian weiß auch, dass Tiere nicht angefasst werden sollen. Christian Pietsch macht auf Tollwutgefahren aufmerksam.
Dritte Station sind die beiden Aquarien im Schulhaus. Dort sind Süßwasserzierfische und Schmuckschildkröten zu Hause. Die Kinder erfahren von den größten Schildkröten der Welt, von den Galapagos-Schildkröten, die über vier Tonnen schwer und 200 Jahre alt werden. Linus-Finn beneidet die Neonfische: „Die brauchen keine Hausaufgaben zu machen.“ Auch da weiß der Tierarzt eine Antwort: „Also bei Nemo habe ich auch eine Fischschule gesehen.“
Letzte Station in der Tierarztsprechstunde ist der Teich auf dem Schulhof. Die Kinder lauschen den Fröschen, erfahren, dass alle Schlangen, die in der hiesigen Region leben, gar nicht oder kaum giftig sind.
Eine Stunde ist wie im Flug vergangen. Die Jüngsten unter den bis zu Zwölfjährigen werden unruhig. Sie wollen jetzt in der schönen Herbstsonne toben. Und deshalb verabschiedet sich Christian Pietsch wieder zu seiner Sprechstunde nach Guben. Tieroperationen stehen für ihn auf dem Plan. Von den Kindern bekommt er als Dankeschön einen Teller mit bunten Zierkürbissen.
Erzieherin Sabine Kanisch freut sich, dass die Kinder so viel wissen wollten: „Die Kinder wohnen ja auf dem Dorf. Da hat jeder Tiere, und da gibt es natürlich eine Menge Fragen.“