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| 19:31 Uhr

Kohlegegner campen in Kerkwitz

Gehören zu den Organisatoren und Unterstützern des Klimacamps: Andreas Stahlberg, Pfarrer Mathias Berndt, Martin Potzauer, Anna Dziadek und Thomas Burchardt (v. l.) in Kerkwitz.
Gehören zu den Organisatoren und Unterstützern des Klimacamps: Andreas Stahlberg, Pfarrer Mathias Berndt, Martin Potzauer, Anna Dziadek und Thomas Burchardt (v. l.) in Kerkwitz. FOTO: S. Halpick
Kerkwitz. Das Lausitzer Klimacamp schlägt in diesem Jahr seine Zelte in Kerkwitz auf: Vom 16. bis 24. August wollen Kohlegegner und Umweltaktivisten mit Workshops, Konzerten und einer bundesweit unterstützten Menschenkette über die Neiße hinweg für die Energiewende und den Stopp der Tagebaupläne in der Lausitz und im benachbarten Polen demonstrieren. Silke Halpick

Mit rund 200 Teilnehmern rechnen die Veranstalter bei der vierten Auflage des Lausitzer Klimacamps. "Die Jahre zuvor waren wir in Jänschwalde, Cottbus und Proschim", sagt Martin Dotzauer vom Klimacamp. Er selbst ist in Jänschwalde aufgewachsen und arbeitet jetzt als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig.

Erneuerbare Energien sind auch das große Thema beim diesjährigen Klimacamp. Zwei Elektro-Autos, darunter ein Trabi, sollen vorgestellt werden. Camp-Teilnehmer können mit den Spreescouts auf Tour gehen, sich den Tagebau Jänschwalde und als Gegenpart den Solarpark in der Lieberoser Heide oder die Biogasanlage in Atterwasch ansehen. Fachvorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen sollen sich mit den Themen CCS-Technologie, Fracking oder der braunen Spree beschäftigten. "Die braune Spree als Folge der Braunkohleförderung betrifft die Menschen im Spreewald genauso wie die Einwohner Berlins", betont Dotzauer. Deshalb wird auch mit Teilnehmern über die Region hinaus gerechnet. "Das Klima geht uns schließlich alle an", bestätigt auch Thomas Burchardt von der Klinger Runde.

Die Klimacamp-Teilnehmer werden auf gemeindeeigenen Flächen ihre Zelte aufschlagen. Versorgt werden sie durch eine mobile Großküche und regionale Anbieter. Auch ein separates Duschzelt bringen die Veranstalter mit. "Finanziert wird das Treffen durch private Spenden, Sponsoren und Fördermittel", erklärt Dotzauer.

Als Höhepunkt des diesjährigen Lausitzer Klimacamps gilt die für den 23. August geplante Aktion Menschenkette, die auch von Umweltorganisationen wie Greenpeace, Robin Wood und Campact unterstützt wird. Menschen aus ganz Deutschland und aus dem benachbarten Polen sollen sich über eine Länge von insgesamt sieben Kilometern die Hände reichen und damit Geschlossenheit im Kampf gegen die geplanten Tagebaue in der Lausitz und in Polen demonstrieren. Von Kerkwitz bis ins polnische Grabice (Woiwoidschaft Lubuskie) soll die Menschenkette reichen. Beide Orte sollen nach den Plänen der Tagebaubetreiber weggebaggert werden. Bei Groß Gastrose wollen die Aktivisten die Neiße überqueren. "Das wird ein Extra-Event", verspricht Burchardt.

Bei einem Info-Abend am heutigen Samstag stellen die Klimacamp-Veranstalter ihre Aktion vor und beantworten Bürgerfragen. Los geht es um 19 Uhr im "Dorfkrug" in Kerkwitz.