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| 16:41 Uhr

Maßnahme zeigt Wirkung
Kleinsee: Bisher keine toten Fische

Sven Hoffmann vom Angelverein Bärenklau misst jeden Abend die Wassertemperatur am Kleinsee. Er hofft, dass die Pumpe die Fische retten kann. Im Frühjahr 2019 will der Bergbaubetreiber Wasser in den See einlassen.
Sven Hoffmann vom Angelverein Bärenklau misst jeden Abend die Wassertemperatur am Kleinsee. Er hofft, dass die Pumpe die Fische retten kann. Im Frühjahr 2019 will der Bergbaubetreiber Wasser in den See einlassen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Kleinsee . Pumpe der Leag hilft und hält die Sauerstoffwerte trotz 30 Grad Wassertemperatur stabil. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Jeden Abend fährt Sven Hoffmann raus zum Kleinsee und misst an mehreren Stellen die Wassertemperatur. Am Donnerstag stieg die rote Flüssigkeit im Thermometer hoch bis zur 30-Grad-Markierung. „Das ist viel zu warm“, weiß der zweite Vorsitzende vom Angelverein Bärenklau. Trotzdem ist das bereits eine Verbesserung. „In der vergangenen Woche habe ich auch schon mehrfach 32 Grad gemessen“, erzählt Sven Hoffmann. Er nimmt die Temperatur immer in einem Meter Wassertiefe. Zum Vergleich verweist der Angler auf den Pastlingsee. Dort hatte der Verein vor drei Jahren ein Massensterben der Fische miterleben müssen. „Der See war zwischen 34 und 36 Grad warm war. Da war alles vorbei“, erinnert sich Sven Hoffmann schmerzlich.

Damit die Fische trotz der hohen Wassertemperatur genügend Sauerstoff zum Überleben haben, hat die Werksfeuerwehr der Leag auf Bitten des Fachbereichs Umwelt des Landkreises Spree-Neiße Ende Juli eine Pumpe installiert. Durch die Umwälzung des Wassers wird die Sauerstoffkonzentration im See erhöht. „Wir sind der Leag für diese Maßnahme sehr dankbar und hoffen, dass sie ausreicht, um die Fische zu retten“, so Sven Hoffmann. Außerdem hat der Landesanglerverband Brandenburg ein Anfütterungsverbot und ein partielles Angelverbot rund um die Pumpe ausgesprochen. „Zum Glück wird sich daran gehalten“, sagt Hoffmann.

Die Pumpe am Kleinsee läuft mittlerweile rund um die Uhr.
Die Pumpe am Kleinsee läuft mittlerweile rund um die Uhr. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Anfang lief die Pumpe der Leag nur in der Zeit von 7 bis 14 Uhr. „Doch aufgrund der hohen Temperaturen, weiterhin kritischer Sauerstoffwerte und der ansteigenden Wassertemperatur läuft die Pumpe nun seit einer Woche rund um die Uhr“, erklärt Sven Hoffman. Die Fische zeigen bisher kein auffälliges Verhalten. Zwar beobachtet der Angler immer wieder Fische, die an der Wasseroberfläche schwimmen, „aber das sind Jungfische oder Karpfen, die sich mit einem Sprung an die Wasseroberfläche nach dem Grundeln die Kiemen reinigen. Das ist normal“, gibt Sven Hoffmann Entwarnung.

„Kein Fisch ist bisher durch Sauerstoffmangel im Kleinsee gestorben“, betont auch Bastian Rosin von der Untere Naturschutz-, Jagd- und Fischereibehörde im Landkreis Spree-Neiße. Er verweist weiterhin darauf, dass die Behörden sich bereits am 11. Juli ein Bild von der Lage gemacht haben. „Wir haben Notfallpläne durchgesprochen und Vorbereitungen veranlasst“, so der Sachbearbeiter. Zwar seien die gemessenen Werte kritisch gewesen, „aber die Fische haben nie nach Sauerstoff geschnappt. Das sind zähe Tiere.“ Trotzdem wurde aus Vorsorge aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen Ende Juli die Leag um Hilfe gebeten. „Seitdem kontrollieren wir aller zwei Tage die Sauerstoffwerte“, sagt Rosin. Aktuell liege die Konzentration bei  knapp über vier Milligramm pro Liter. „Das ist zwar noch nicht schön, aber besser“, findet Rosin. Vor der Maßnahme bewegten sich die Werte unter vier Milligramm pro Liter. Für die Fische wird es bei Werten unter zwei kritisch. „Die Pumpe wird bis auf Weiteres zwischen 7 und 14 Uhr laufen“, so Rosin. „In den Morgenstunden ist die Sauerstoffkonzentration immer besonders kritisch.“

Dass die Pumpe mittlerweile rund um die Uhr läuft, ist bei ihm wohl noch nicht angekommen. „Wie lange die Pumpe noch arbeiten muss, hängt von der weiteren Entwicklung der Werte und dem Wetter ab“, erklärt Rosin. Eine normale Sauerstoffkonzentration sei bei acht Milligramm pro Liter erreicht: „Ab fünf Milligramm pro Liter könnten die Intervalle vergrößert werden.“ Er gehe nicht davon aus, dass die Pumpe im September noch laufen muss: „Irgendwann wird es regnen, und die Situation entspannt sich.“