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Kleine Schöne rappelte sich immer wieder auf

Chlebowo/niemschkleba.. Die kleine Kirche in „Neymaschkleba“ stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie liegt in der Mitte des Angerdorfes, das 1353 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Dorf gehörte als Kämmereidorf von 1353 bis ins 19. Jahrhundert der Stadt Guben. Nur im 15. H.-J. Bergmann

Jahrhundert war es vorübergehend an die Familie v. Kalckreuth verpfändet und musste zur Zahlung schwedischer Kontributionen im Jahre 1707 herhalten.
Bis 1945 gehörten zum Kirchspiel Lindenhain auch der Gutsbezirk Heideschäferei, Augustwalde und der Gubener Stadtforst.
Das heutige Chlebowo liegt 14 Kilometer nördlich von Gubin. Die „Kunststraße“ von 1910, eine schmale Teerstraße, führt von Jaromirowice (Germersdorf) über Walowice (Wallwitz) nach Chlebowo. Der Flurname „Hammernize“ bei Niemaschkleba wies darauf, dass dort einst Raseneisenstein abgebaut und verarbeitet wurde.
1429 verbrannten die Hussiten das Dorf fast vollständig, 1441 wurde es für 100 Schock böhmischer Groschen an v. Kalckreuth verpfändet, litt 1529 unter der Türkengefahr: Kaiser Ferdinand I. erhebt die „Türkensteuer“ .
1648 ist Niemaschkleba verwüstet. Sieben Bauerngüter, ein Gärtner, ein Büttner sind unbesetzt. Unter dem Einfall des schwedischen Königs Karl XII. hatte das Dorf zu leiden. Dann richteten Hochwasser und Orkane im 19. Jahrhundert schwere Schäden an.
Aber immer wieder rappelte sich das Dorf auf. 1607 hatte es 53 Untertanen, 1939 waren es 956 Einwohner.
Zum bescheidenen Wohlstand der Dorfbewohner trug sicher auch die Oder mit ihren Möglichkeiten zu Fischfang, Kahnbau und Schifffahrt bei. Dazu kamen Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Schafzucht. Eine Fähre verbindet noch heute Niemaschkleba mit Pollenzig.
Die alte Kirche hatte einst einen wuchtigen, rechteckigen Turm mit Zinnen und spitzem Dach. Der wurde 1900 abgetragen. Das Kirchenschiff verblieb in einem hölzernen Turm. Neben der Kirche ist eine Glocke untergebracht. Dort, wo das Kriegerdenkmal aus dem Ersten Weltkrieg stand, ist heute eine Grotte, in der die Figur der Maria steht. Der Grundsockel ist noch aus alter Zeit, die Grotte selbst erleuchtet. Das Umfeld der Kirche wirkt sehr ordentlich, das Kircheninnere ist sauber und gepflegt. An der Wand befindet sich ein schöner Fries, der den Leidensweg Christi zeigt. Der Altar und das Altarbild sind neu gestaltet, Gestühl und Fußboden erneuert.
Die farbigen Fenster beleben das Innere der Kirche. Natürlich fehlen Harmonium und Beichtstuhl nicht. Die kleine Schöne trägt den Namen „Maria und Joseph“ .
Im Dorf hat die Linde Heimatrecht behalten, die alte Holperstraße wird auch kommende Jahrzehnte überstehen. Das Gymnasium bildet die heranwachsende Generation, die Feuerwehr ist nicht nur notwendig, sondern auch für die Freizeitgestaltung wichtig. Kleine Läden halten sich über Wasser.
Und die Standorte der Gastwirtschaft Fechner und die Grommsche Wassermühle lassen sich mehr oder weniger erahnen.