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| 18:46 Uhr

Kultur
Kerkwitzer Kirche wird zum Jazz-Konzertsaal

Das Jazz und Kirchenmusik kein Widerspruch sein muss, bewies das Trio „Bending Times“ am Sonntag in der Kerkwitzer Kirche.
Das Jazz und Kirchenmusik kein Widerspruch sein muss, bewies das Trio „Bending Times“ am Sonntag in der Kerkwitzer Kirche. FOTO: Ute Richter
Kerkwitz. Trio „Bending Times“ begeisterte am Sonntag. Von Ute Richter

Im Rahmen der Sommermusiken der evangelischen Kirchengemeinde Guben hat am heißen Sonntagnachmittag das Jazztrio „Bending Times“ in der aufgeheizten Kerkwitzer Kirche neben eigenen Jazzkompositionen vor allem traditionelle Choräle gespielt. Christian Grosch (Potsdam) am Klavier, Toralf Schrader am Kontrabass und Enno Lange (beide Dresden) am Schlagzeug brachten die Stücke in einer sehr lebendigen jazzigen Spielweise neu zum Klingen. Es zeigte sich einmal mehr, dass Jazz und Kirchenmusik gut zusammen geht. Bereits im vergangenen Jahr begeisterten „Bending Times“ in der Groß Breesener Kirche die Zuhörer mit ihrer Musik.

Traditionelle Choräle begegnen in dem Konzert den vielfältigen und faszinierenden Klängen des Jazz, hatte Kantor Hansjürgen Vorrath in seiner kurzen Ansprache angekündigt. Und tatsächlich blühten die alten Melodien in den Arrangements von Christian Grosch neu auf, ohne dabei ihre ursprüngliche Schönheit und Aussagekraft zu verlieren. Und das ganz im Sinne des Namens der „Bending Times“, denn das bedeutet soviel wie gebogene Zeit. „Wir möchten mit der Zeitempfindung der Zuhörer spielen“, so Christian Grosch zu Beginn des Konzertes.

Und das taten sie dann auch. Los ging es mit der beschwingten Eigenkomposition „No way“ (Kein Weg), welches Grosch für Situationen geschrieben hat, in denen man keinen Ausweg mehr weiß. Doch die Musik zeige immer einen Weg auf, so der Musiker. „Helenas Tanz“ entstand aus der Inspiration seiner Tochter, die schon als kleines Kind verschiedene Tanzstile miteinander vermischte. „Das war so schön anzuschauen“, berichtete Grosch begeistert. Doch auch die bearbeiteten Choräle kamen gut an. Viele Texts stammen von Paul Gerhard, so wie der des Liedes „Die güldene Sonne“, das das Trio in Verbindung mit der Komposition „Sonnentanz“ zu Gehör brachte.

Doch vor allem waren die zahlreichen Besucher wegen der Musik gekommen, die so manchen zum Mitwippen animierte. Man sah den Musikern jederzeit an, dass sie diese Musik lieben, denn die Leidenschaft und den Spaß übertrugen sie auf das Publikum. Nach langanhaltendem Applaus gab es dann als Zugabe zumindest musikalisch eine Abkühlung. „Es ist so heiß hier drinnen, deshalb schicken wir ihnen jetzt einen Schneesturm“, so Grosch und griff in die Tasten zum Titel „Der Heiland ist geboren“. Kantor Hansjürgen Vorrath sagte: „Ich habe selten so feinen Jazz erlebt. Das Trio werden wir ganz sicher wieder einladen.“

Die nächsten Sommermusiken finden statt am Sonntag, 12. August, „Geistliche Chormusik“ – Abschlussmusik der 48. Tournee des Chores der Klosterkirche, am 26. August in der Dorfkirche Atterwasch Konzert der Original Wolga Kosaken sowie am 8. September in der Klosterkirche „Musik aus Bulgarien“ mit dem Ensemble „Sacralissimo“.