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| 18:45 Uhr

Lkw an Lkw
Keine Ruhe in Lübbinchen

Ortsvorsteherin Gisela Kieschke und Uwe Neumann vom Ortsbeirat Lübbinchen setzen sich dafür ein, dass der Verkehr durch den Orte beruhigt wird.
Ortsvorsteherin Gisela Kieschke und Uwe Neumann vom Ortsbeirat Lübbinchen setzen sich dafür ein, dass der Verkehr durch den Orte beruhigt wird. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Lübbinchen . Bewohner leiden unter Verkehr auf der B 320 und wünschen sich eine Tempo-30-Straße.

Ein Lkw nach dem anderen rast auf der B 320 durch Lübbinchen. Die Bewohner beklagen seit Jahren den erhöhten Fahrzeugverkehr und die Lärmbelästigung. „Vor kurzem sind in der Nacht sogar die vollen Mülltonnen entlang der Straße durch den Luftzug der Lkws umgefallen“, erzählt Uwe Neumann vom Ortsbeirat Lübbinchen. Er wohne direkt an der „Piste“ und habe eine kleine Zählung durchgeführt. „Innerhalb von nur 30 Minuten habe ich heute Vormittag 27 Lkws gezählt“, sagt er. Aber auch deutlich höhere Werte  mit bis zu 60 Lkw in einer halben Stunde seien im Dorf bereits festgestellt wurden. Gerade nach dem Wochenende und nach Feiertagen sei es besonders schlimm. „Die Fahrer wollen auf dem Weg zur Autobahn die Maut sparen und fahren daher durch unser Dorf“, erklärt Ortsvorsteherin Gisela Kieschke. „Früher konnten sie diesen Weg nicht nehmen, doch dann wurde die Brücke in Jamlitz abgerissen und die Höhenbegrenzung fiel weg.“ Seitdem nehme das Problem von Jahr zu Jahr zu.

Auch würden sich die Lkw-Fahrer nicht an die vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde halten. „Die Gullideckel haben sich bereits abgesenkt und klappern bei jedem Lkw“, erzählt Gisela Kieschke. Auch sie hört den Verkehr in ihrem Haus – selbst in der Nacht komme der Ort nicht zu Ruhe. „Der Lärm wird nicht zum Hintergrundgeräusch. Jeder Lkw Auspuff ist anders“, so die Ortsvorsteherin. Die Bewohner wünschen sich eine Verkehrsberuhigung – entweder durch eine Tempo-30-Straße oder eine Verkehrsinsel. „Bisher wurden unsere Anträge vom Landkreis allerdings immer abgelehnt“, erzählt Gisela Kieschke. Es liege keine besondere Gefahrenlage vor. „Muss denn erst etwas passieren?“, fragt sich Uwe Neumann. „In anderen Orten klappt die Geschwindigkeitsbegrenzung doch auch. Warum nicht bei uns?“

Eine Messstation zählt aktuell den Verkehr in Lübbinchen.
Eine Messstation zählt aktuell den Verkehr in Lübbinchen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Steffen Krautz, der Vorsitzende des Umweltausschusses in der Gemeinde Schenkendöbern, hat das Problem der Lübbinchener im Kreistag vorgebracht. Der Landkreis bestätigte, dass die Bundesstraße B 320 seit dem Brückenabriss mehr durch Lkw befahren wird. Allerdings sei sie dafür in ihrer Widmung auch vorgesehen.

Auf RUNDSCHAU-Nachfrage teilt der Landkreis mit, dass Verkehrszählungen des Bundes aus den Jahren 2000, 2005, 2010 und 2015 vorliegen sowie eine Wochenzählung der Gemeinde Schenkendöbern aus dem Jahr 2013. Aus der Zählung von 2015 geht für die B 320 hervor, dass diese täglich von 1881 Fahrzeugen in 24 Stunden befahren wird. Der Schwerverkehrsanteil betrug dabei rund 120 Lkw über 3,5 Tonnen (6,3 Prozent in 24 Stunden). „Dieses Ergebnis ist für eine Bundesstraße als überaus unterdurchschnittlich zu bewerten“, so Pressesprecherin Silvia Friese.  Im Interesse der aktuellen Sachstandermittlung werde allerdings eine erneute Verkehrszählung durchgeführt. „Sobald die Ermittlung der derzeitigen Verkehrsstärkenermittlung abgeschlossen ist, erfolgt eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes in Abstimmung mit dem Straßenbaulastträger, hier dem Landesbetrieb Straßenwesen“, heißt es aus dem Landkreis.