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Bürgerversammlung
Kein Tempo 30 für Schlagsdorf

Die Ortseinfahrt von Schlagsdorf. Die Einwohner fordern hier eine Tempo-30-Zone.
Die Ortseinfahrt von Schlagsdorf. Die Einwohner fordern hier eine Tempo-30-Zone. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Stadtverwaltung stellt Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung in Aussicht Von Silke Halpick

Die Schlagsdorfer bekommen vorerst keine Tempo-30-Zone auf ihrer Hauptstraße ab dem Dorfeingang. Das erklärt der amtierende Bürgermeister Fred Mahro auf der Einwohnerversammlung am Dienstagabend. Allerdings stellt er eine Verkehrs- und Geschwindigkeitsmessung in Aussicht.

Ortsvorsteher Ralf Spitzbarth zieht in seinem Bericht eine ernüchternde Bilanz: Bereits bei der Einwohnerversammlung vor einem Jahr wurde die Tempo-30-Zone gefordert. Aus seiner Sicht ist sie dringend nötig, weil der Gehweg entlang der Straße entweder komplett fehlt oder nur sehr schmal ist.  Gefährlich sei das vor allem für die Schulkinder des Gubener Ortsteils, die die Straße entlanggehen, um zur Bushaltestelle an der Forster Straße zu gelangen. Der Schlagsdorfer Ortseingangsbereich wird auch stark von Lastwagen frequentiert, die zum nahe gelegenen Kiesweg fahren.

Vor einem Jahr sei noch von einer Testphase die Rede gewesen, moniert Spitzbarth. Doch seitdem habe sich „nicht viel getan“. Stattdessen bekam er als Ortsvorsteher im Februar 2018 ein Schreiben von der Stadtverwaltung, in der die Tempo-30-Zone in Schlagsdorf abgelehnt wird. Begründet wird dies damit, dass sich in diesem Bereich weder eine Schule, noch eine Kindertagesstätte oder ein Altenheim befindet.

Dass es „zu lange gedauert“ habe, bis sich die Stadt „schriftlich erklärte“, räumt auch der amtierende Bürgermeister Fred Mahro ein. An der Ablehnung hält er jedoch grundsätzlich fest. Laut Straßenverkehrsordnung sind auf Gemeindestraßen Geschwindigkeiten von maximal 50 Kilometern pro Stunde erlaubt. Abweichungen von dieser Regelung müssten begründet werden, erklärt er. Die Stadt Guben sei zwar für verkehrsrechtliche Anordnungen zuständig, müsse sich aber an ein „normiertes Verfahren“ halten und dürfe „nicht willkürlich Schilder aufstellen“, sagt Mahro.  

Den Schlagsdorfern schlägt er allerdings vor, entlang der Hauptstraße eine Geschwindigkeitsanzeige analog der im nahe gelegenen Dorf Tauer zu installieren. „Also wenn ich da vorbeikomme, fahre ich immer 50 km/h“, sagt er schmunzelnd.

Mithilfe des Messgerätes soll ermittelt werden, wie viele Autos tatsächlich und mit welchem Tempo in Schlagsdorf unterwegs sind. Möglicherweise ergebe sich nach Auswertung der Daten ein „objektives Kriterium“, das eine Geschwindigkeitsreduzierung rechtfertige. Mit der Messung soll demnächst begonnen werden. Die Schlagsdorfer selbst sind schon heute von der Notwendigkeit einer Tempo-30-Zone überzeugt. Verwiesen wird auf Mauerschäden an angrenzenden Grundstücken, die ihrer Einschätzung nach von zu schnell fahrenden Fahrzeugen stammen.