ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:28 Uhr

Kauf des Gubener Kinos „in weiter Ferne“

Bevor die Stuhlreihen entfernt wurden, hätte der Denkmalschutz gefragt werden müssen. Foto: Remus
Bevor die Stuhlreihen entfernt wurden, hätte der Denkmalschutz gefragt werden müssen. Foto: Remus FOTO: Remus
Guben. Ein Kauf des ehemaligen Filmtheaters „Friedensgrenze“ ist „noch in weiter Ferne“. Das erklärte Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner (FDP) am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung. Es gehe derzeit lediglich um einen Entwurf für einen Kaufvertrag. Zuvor wolle er aber auch noch das Gespräch mit der polnischen Seite suchen, so Hübner. Von Jürgen Scholz

Seine Äußerungen im Fachausschuss im März (die RUNDSCHAU berichtete) seien lediglich als ein „erster Hinweis“ zu verstehen. „Natürlich wird das Konzept vorgestellt“, versicherter Hübner den Abgeordneten und betonte, dass die Kommune als Betreiber nicht infrage komme, sondern „gegebenenfalls eine Gruppe von Unternehmen“.

Hübner hatte zunächst davon gesprochen, das Kino für eine Summe knapp unter 2000 Euro zu kaufen – auch ohne Zustimmung der Abgeordneten. Derzeit laufen von Hübner und einer Fraktion Anfragen bei der Kommunalaufsicht, ob dies überhaupt möglich wäre, da es sich um Grunderwerb handeln würde.

Die wichtigsten Fragen zum Kino würden derzeit untersucht, erklärte Hübner. Frühestens in den Jahren 2011 oder 2012 würden die Entwicklungsmaßnahmen greifen, so Hübner im Rahmen der Haushaltsdebatte.

Vonseiten des Denkmalschutzes ist ein Anhörungsverfahren eingeleitete worden, bestätigte am Donnerstag die Pressesprecherin des Landkreises Spree-Neiße, Jana Weber, entsprechende Vermutungen aus der Stadtverordnetenversammlung. Anlass sei, dass im Vorfeld der Veranstalter der Party am Osterwochenende bei der Denkmalschutzbehörde keinen Antrag gestellt hat, bevor die Stuhlreihen und das Parkett herausgerissen wurden. Auch wenn beides in sehr schlechtem Zustand gewesen ist, stehe „die Frage, ob man es hätte erhalten sollen oder nicht“, so Jana Weber. Es handele sich um eine „erlaubnispflichtige Maßnahme“. Die Vertreter der Denkmalschutzbehörde des Kreises waren erst eine Woche nach den Vertretern der Bauaufsicht des Kreises im ehemaligen Kino. Zu diesem Zeitpunkt war zwar bereits mit dem Entfernen der Stühle begonnen worden, allerdings das Parkett noch nicht angetastet.

Auf die Frage, warum nicht beide Kreisbehörden Informationen ausgetauscht haben, verweist die Pressesprecherin des Landratsamtes darauf, dass dies in einem internen Gespräch bereits ausgewertet worden sei.

Andreas Neumann (CDU) bat während des Wirtschaftsausschusses die Stadtverwaltung, Veranstalter bei dem Verfahren zu unterstützen. Bürgermeister Hübner bezeichnete die Anhörung als „ganz normalen Vorgang“. Er hatte dem jungen Veranstalter die Türen zum Kino über den Ufa-Insolvenverwalter geöffnet. Die Party wertete Hübner als Erfolg. Nur ein Nachspiel gebe es noch: Wegen der Verwendung des Begriffs „Studio 54“ habe der Veranstalter eine Abmahnung kassiert.