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| 11:51 Uhr

Guben
Koordinatorin für die Obersprucke

Karin Waßmann ist die Projektkoordinatorin für das Förderprogramm "Soziale Stadt" in der Gubener Obersprucke.
Karin Waßmann ist die Projektkoordinatorin für das Förderprogramm "Soziale Stadt" in der Gubener Obersprucke. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Mit dem Förderprogramm „Soziale Stadt" soll der Zusammenhalt im Quartier gestärkt werden. Von Silke Halpick

Auf dem Tisch von Karin Waßmann stapelt sich die Arbeit. Seit einem Jahr ist die 60-Jährige Projektkoordinatorin für das Förderprogramm „Soziale Stadt“. Aus ihrer Feder stammt beispielsweise die Idee für einen Schulgarten, der Ende Mai eröffnet wird. Ziel des seit 2009 laufenden Förderprogramms ist, den sozialen Zusammenhalt im Wohnkomplex Obersprucke zu stärken.

„Das Schulgartenprojekt wird sogar in den Lehrplan aufgenommen“, erzählt Waßmann. Das freut sie. Sie selbst kenne noch Schulgarten als Unterrichtsfach. Das gibt es heute nicht mehr. Doch die Schüler der Corona-Schröter-Grundschule sollen künftig in zwei Hochbeeten Gemüse anbauen, pflegen, ernten und anschließend in der Schulküche verarbeiten. Dabei helfen will ihnen der Gubener Koch Frank Busch. „Die Kinder gehen schon in der Vorbereitungsphase mit Eifer an die Arbeit. Sie werden zum Beispiel lernen, dass es Kartoffeln nicht nur im Supermarkt gibt und was man aus der Knolle so alles Leckeres herstellen kann“, sagt Waßmann. Interesse an dem Projekt hat auch die nahe gelegene Europaschule signalisiert.

Das Schulgartenprojekt wird im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ finanziert. Das Förderprogramm, das ursprünglich bis zum Jahr 2019 angesetzt war, soll weiterlaufen, wie Carola Huhold als Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung im Gubener Rathaus erklärt. Der neue Umsetzungsplan sei vom Land Brandenburg bestätigt worden.

Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Investitionsprogramm, wie Huhold betont. Vielmehr stehe der soziale Charakter, das gemeinsame Handeln im Vordergrund.  Gefördert werden deshalb auch vorrangig Veranstaltungen, bei denen sich die Menschen aus dem Wohnquartier Obersprucke treffen. Erfolgreich etabliert haben sich die Herbst- und Sommerfeste auf dem Schillerplatz, der Gesundheitstag, das Parkfest in der Platanenstraße sowie die Stiefelchen-Aktion für die Kinder zum Nikolaustag.

Finanziell unterstützt werden solche Feste beispielsweise aus dem Aktionsfonds. In diesem Topf stecken 2500 Euro pro Jahr. Zuschüsse werden aktuell bis maximal 200 Euro pro Projekt gezahlt. Profitieren konnten davon schon das Kinder-, Jugend- und Freizeitzentrum mit seinem „Mensch-ärger-dich-nicht“-Turnier, die Europaschule mit ihrem Frühjahrsputz sowie die Heilsarmee, die ein interkulturelles Sommerfest organisierte.

Zuwendungen sind aber auch aus dem Verfügungsfonds möglich. In diesen Topf müssen private Spender zunächst 50 Prozent einzahlen, um letztlich die doppelte Summe herauszubekommen. Neben Veranstaltungen können damit auch bauliche Projekte umgesetzt werden. Dazu gehören erneuerte Schaufenster, barrierefreie Zugänge zu Ladenlokalen oder Kunst und Spielgeräte im öffentlichen Raum.

Um „das Ohr an der Masse“ zu haben, wie Carola Huhold sagt, gibt es zwei Stadtteilbüros im Wohnpark Obersprucke: im Brandenburgischen Ring 10 und in der Friedrich-Schiller-Straße 16 a. Hier können die Bewohner ihre Sorgen und Wünsche loswerden. Ansprechpartnerinnen sind Karin Waßmann und Victoriya Scheuer. Beschwerden gibt es immer wieder von Bürgern über Lärmbelästigungen durch Jugendliche, kaputte Bushäuschen oder Verunreinigungen auf Spielplätzen, wie Waßmann berichtet. Die Kritik leitet sie direkt an die zuständigen Fachbereiche im Rathaus weiter. Die Zusammenarbeit klappe, sagt sie. Die Betroffenen erhalten zeitnah eine Antwort.