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Bestattung
Kaltenborner kämpfen für Bestattung im Ort

Bisher können in Guben nur auf dem Waldfriedhof und dem Westfriedhof anonyme und halbanonyme Bestattungen durchgeführt werden. In den Ortsteilen sieht die Friedhofssatzung dies nicht vor.
Bisher können in Guben nur auf dem Waldfriedhof und dem Westfriedhof anonyme und halbanonyme Bestattungen durchgeführt werden. In den Ortsteilen sieht die Friedhofssatzung dies nicht vor. FOTO: Foto-Werner
Guben. Die Dorfbewohner wollen auch bei der halbanonymen Bestattungen ihre letzte Ruhe im Ortsteil finden und nicht in Guben.

Anonyme Bestattungen sind in den Ortsteilen von Guben nicht möglich – die Friedhofssatzung der Stadt sieht dies nicht vor. Nur im Gubener Waldfriedhof und im Westfriedhof gibt es neben konservativen Urnen- und Reihengräbern auch anonyme und halbanonyme Bestattungen. Seit Jahren kämpft Werner Soyke, der Vereinsvorsitzender vom Bürgerverein Kaltenborn, bereits für eine Änderung in der Friedhofssatzung. „Wir wollen endlich allen Kaltenbornern, die anonym bestattet werden wollen, diese Möglichkeit auch bieten“, so Werner Soyke auf der Einwohnerversammlung in Kaltenborn am Montagabend. „Die jungen Leute ziehen weg und dann ist einfach keiner mehr für die Grabpflege da.“ Erst kürzlich sei er wieder nach einer halbanonymen Bestattung gefragt worden.

Auch Uwe Schulz, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit in Guben, räumt ein, dass die Angehörigen in der heutigen Zeit oftmals wegziehen. „Aber wenn die Verwandten zum Grabbesuch sowieso anreisen müssen, können sie auch gleich nach Guben fahren“, so der Standpunkt der Stadtverwaltung. Das sehen viele Kaltenborner allerdings anders. Sie wollen in ihrem Ortsteil die letzte Ruhe finden und Werner Soyke möchte ihnen diese Freiheit ermöglichen.

Bevor Bürgermeister Fred Mahro die Satzung anpasst, will er erst einmal die Meinungen aus den anderen Ortsteilen einholen. „Auf einer Bürgerversammlung in Deulowitz fand sich neulich kein Bürger, der an dieser Bestattungsformen Interesse hat“, erzählt der Bürgermeister. Generell sei eine anonyme Beisetzung in einem solch keinen Ort wie Kaltenborn nicht durchführbar. Zur Debatte stehe nur die halbanoymne Bestattung, bei der der Name in eine Stele graviert wird. „Sollten wir die Satzung ändern, müssen wir uns aber auch gleich über die Kosten unterhalten“, betont Fred Mahro. „Eine halbanonyme Bestattung darf nicht zu Lasten der Erdbestattungen gehen.“ Sonst gebe es eine Ungerechtigkeit in der Gebührenverordnung. Aber einige Kaltenborner betonen: Sie sind auch bereit, für eine halbanonyme Beisetzung tiefer in die Tasche zu greifen.

(mcz)