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Jugendliche spielen Fußball und sprayen Graffitis

An den extra aufgestellten Graffiti-Wänden konnten sich Kinder und Jugendliche unter Anleitung ausprobieren.
An den extra aufgestellten Graffiti-Wänden konnten sich Kinder und Jugendliche unter Anleitung ausprobieren. FOTO: utr1
Guben. Zur zweiten Veranstaltung innerhalb des internationalen Jugendkulturprojektes "Skillz, Movez & Stylez" waren am Samstag Kinder und Jugendliche auf das Gelände des Jugendclubs Comet in Guben eingeladen. Bereits im Mai 2016 kamen zur ersten Veranstaltung weit mehr als 100 Besucher unterschiedlichster Nationalitäten auf den Platz am ehemaligen GBV-Wohnheim, um sich kennenzulernen und gemeinsam etwas zu erleben. Ute Richter/utr1

Unterstützt wird das Projekt von der "Aktion Mensch". Ziel ist, der Flüchtlingsthematik einen positiven Anstrich zu verleihen.

Ganz so viele Besucher wie im Mai waren es dieses Mal nicht, aber der Platz war trotzdem gut gefüllt. GBV-Sozialarbeiterin Heike Clodius hatte ein Fußballturnier ausgerufen und es gemeinsam mit dem Comet in diese Veranstaltung integriert. Damit griff sie eine alte Tradition auf, die in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Denn schon vor etwa zehn Jahren gab es ein ähnliches Turnier, damals noch im Fabrik e.V.

"Freizeitmannschaften kickten damals um den ‚Goldenen Schuh', der als Wanderpokal ausgegeben wurde", erzählt Clodius. Nun sollten Mannschaften aus deutschen und ausländischen Jungs und Mädchen gegeneinander antreten. Während die Hobbyfußballer aus dem Flüchtlingsheim zahlreich antraten, zierten sich die deutschen Jungs anfangs. Doch der Spaß am Kicken führte sie letztlich doch zusammen.

Majid aus Afghanistan hatte große Freude am Spiel. Er kommt mit seinen Freunden aus der Deulowitzer Straße mehrmals die Woche ins Comet, um Fußball zu spielen. Der 13-jährige Moussa aus Syrien erzählt in einem sehr guten Deutsch, dass er den Platz am Comet gar nicht kannte und nun öfter hierher kommen will. Der Schüler, der erst vor etwa einem Jahr mit seiner Familie nach Deutschland kam, hat großen Gefallen am Fußball gefunden und will nach etwas mehr Training auf jeden Fall einem Verein beitreten.

Für die Kleinsten stand am Samstag eine Hüpfburg bereit, die rege genutzt wurde. Jana Döbler und ihre Zumba-Kids rockten wortwörtlich den Saal des Comets und auch manche Mutter konnte angesichts der temperamentvollen Mädchen und Jungen kaum die Beine stillhalten.

Ausprobieren konnten sich die Besucher auch an den Graffiti-Wänden, die eigens aufgestellt wurden. Unter Anleitung von David Heier, von dem schon mehrere Graffiti-Arbeiten in Guben wie beispielsweise am Bushäuschen auf dem Busplatz in der Obersprucke zu sehen sind, entstanden unterschiedlichste kreative Arbeiten.

Thomas Krantz-Tarnick vom Comet war sehr zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung. "Ich freue mich, dass auch die zweite Veranstaltung so gut angenommen wurde, denn es geht vor allem um Integration, um gemeinsame Erlebnisse und um Alltagsabwechslung für die hier lebenden ausländischen Menschen. Vorurteile sollen abgebaut werden und was eignet sich da besser, als gemeinsam etwas zu erleben", sagte er. An den Decks sorgte Luc Masera von Berlin Massive für die richtigen Beats an diesem Nachmittag.

Die "Aktion Mensch" mit ihrem Slogan "Das Wir gewinnt" ist eine Organisation zur Förderung sozialer Projekte in Deutschland. Vor diesem Hintergrund hat der Jugendklub Comet dieses interkulturelle Projekt sowohl im Mai als auch jetzt für Kinder und Jugendliche organisiert.