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Langjähriges Engagement
Joachim Winkler feiert 90. Geburtstag

Joachim Winkler hat viele Geschichten miterlebt. Im Alter von einem Jahr wurde er von Herbert Rosenthal fotografiert.
Joachim Winkler hat viele Geschichten miterlebt. Im Alter von einem Jahr wurde er von Herbert Rosenthal fotografiert. FOTO: Jana Pozar
Guben. Der Gubener veröffentlicht seit 25 Jahren historische Arbeiten im Heimatkalender. Auch Gedichte sind unter seinen Werken.

Joachim Winkler, der seit 1993 zum Redaktionsteam des Gubener Heimatkalender gehört, feierte im März seinen 90. Geburtstag. „Er ist einer der wenigen Gubener, der viele Geschichten noch live miterlebt hat“, sagt Stadthistoriker Andreas Peter. Seine heimatkundlichen Arbeiten seien daher etwas ganz Besonderes. „Als ich einen Vortrag über  den Gubener Fotografen Herbert Rosenthal hielt, konnte er uns noch eine Foto zeigen das Herbert Rosenthal von ihm als Kind gemacht hat“, erinnert sich der Stadtwächter mit einem Lächeln.

Die Themen seiner historischen Texte in Gubener Heimatkalender und im Gubener Heimatbrief sind vielfältig. Sie reichen von Geschichten aus dem Gubener Gymnasium, über Einblick in den Sport der 20er- und 30er-Jahre bis hin zum Thema Kriegsgefangenenfriedhof in Buderose. Auch mit der Geschichte der Deulowitzer Straße und einem Rundblick vom „Dicken Turm“ konnte der Autor seine Leser erfreuen. Gelegentlich wurde Joachim Winkler auch zum Poeten und verfasste kleine Gedichte rund um Guben. „Schon mehrmals stand’s im Tageblatt, daß bei der Kaffeefahrt es Plinsen auch gegeben hat, gemacht nach Gubener Art. Was mir an Plinsen nicht behagt und was mich stört, ist, daß kein Mensch hier Plinsen sagt, ich hab’s noch nie gehört“ - heißt es in den ersten Zeilen von „Plinsen oder Plinze“. In dem Gedicht befasst er sich mit der speziellen Schreibweise der Gubener Plinze. „Darauf legen die Gubener bekanntlich viel Wert“, weiß auch Andreas Peter.

Joachim Winkler wurde am 15. März 1928 in Guben als Sohn des Expedienten Richard Winkler geboren. Er besuchte die Oberschule in seiner Heimatstadt sowie in Greiz. Ab 1963 arbeitete er im Chemiefaserwerk Guben als Ingenieurökonom. Dort war er bis zur Rente tätig.

Im Redaktionsteam des Heimatkalenders gilt der heute 90-Jährige als Fakten-Checker. „Er ist ein bescheidener Mann aus der zweiten Reihe, der die anspruchsvolle Arbeit des Korrekturlesen gewissenhaft übernimmt“, so Andreas Peter. „Mit der Aktentasche auf dem Fahrrad unterwegs – so kennen die Gubener ihn.“

(mcz)