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| 11:09 Uhr

Talk-Gast
Der „Floh vom Fichtelberg“ spricht in Guben über sich

Die Journalistin Dagmar Perschke entlockte dem einstigen Ausnahmespringer Jens Weißflog drei Stunden lang Geschichten aus seinem Leben.
Die Journalistin Dagmar Perschke entlockte dem einstigen Ausnahmespringer Jens Weißflog drei Stunden lang Geschichten aus seinem Leben. FOTO: Ute Richter
Guben. Jens Weißflog zu Gast beim Guben-Talk des Fabrik e.V. Von Ute Richter

Viel zu erzählen hatte Jens Weißflog am Mittwochabend im Volkshaus bei der zweiten Gesprächsrunde der neuen Veranstaltungsreihe des Fabrik e.V. „Guben-Talk“. Dort lässt der Verein regelmäßig prominente Persönlichkeiten aus Funk, Fernsehen, Wirtschaft und Politik zu Wort kommen und viel aus ihrem Leben erzählen. Darauf gekommen waren Fabrik-Chef Karsten Geilich und sein Team nach fast ausverkauftem Haus bei Trainerlegende Ede Geyer oder aber Schauspieler Sky du Mont. Und auch bei der Veranstaltung mit Fernsehkommissar Andreas Schmidt-Schaller war Anfang Februar, damals noch das Haus an der Mittelstraße, gut gefüllt. Die freie Journalistin Dagmar Perschke interviewt die prominenten Talkgäste auf der Bühne.

Nun kam mit Jens Weißflog ein bekannter Sportler. Er war Olympiasieger 1984, Doppel-Olympiasieger 1994, gewann insgesamt vier Mal die deutsch-österreichische Vierschanzentournee  – kurz: Jens Weißflog war der beste Skispringer, den Deutschland, Ost wie West und vereint, je hatte. „Und noch hat“, so der Ausnahmesportler mit einem Augenzwinkern. Denn tatsächlich hat es kein Springer nach ihm bis heute zu solchen Leistungen gebracht. Der Oberwiesenthaler, der als „Floh vom Fichtelberg“ in die Geschichtsbücher seines Sports einging, war sowohl im Parallel-Stil erfolgreich als auch später im V-Stil. Er musste sich einem neuen politischen System anpassen, als aus dem DDR-Sportler der Skispringer eines geeinten Deutschlands wurde.

Davon erzählte Jens Weißflog am Mittwochabend. Und er hatte viel zu erzählen, war er doch mit Leib und Seele und ganz viel Ehrgeiz Skispringer. Die Geschichten handelten von seinen Anfängen als Skispringer in Pöhla und Oberwiesenthal, von seinem Weg zur Spitze, von Begegnungen und Erfahrungen mit anderen Skispringern, von Auslandsaufenthalten zu DDR-Zeiten und von der Zeit kurz nach der Wende. Die zahlreichen Zuhörer erfuhren Hintergründe vom sportlichen Alltag des Leistungssportlers ebenso wie Privates.

Dabei kommt der Ausnahmesportler sympathisch rüber, auch weil er immer wieder mal die eine oder andere Spitze einwirft. Doch er lässt auch Zeiten nicht aus, die ihm heute noch an die Nieren gehen. Beispielweise das Skispringen in Lillehammer, wo er von 30 000 Zuschauern gnadenlos ausgepfiffen wurde. Jetzt kann er sich erklären, erzählt, wie es dazu kam und erntet dafür Verständnis. Er weiß seitdem: Medien können viel Schaden anrichten.

Doch Jens Weißflog hat das alles hinter sich gelassen. Nach ein paar Jahren als Skisprung-Experte im Fernsehen ist er seit langem erfolgreicher Hotelier. Und wer im Hotel in Oberwiesenthal einkehrt, hat gute Chancen, den Chef persönlich zu treffen. „Das ist mein Anspruch, das war schon immer so. Ich freue mich, wenn die Leute zu uns ins Hotel kommen und dann empfange ich sie schon mal auch ganz persönlich“, so der ehemalige Skispringer.

Der nächste „Guben-Talk“ findet am 16. Mai um 19 Uhr im Volkshaus statt. Dann wird Schlagerlegende Chris Doerk aus ihrem beruflichen und privaten Leben erzählen.