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| 17:10 Uhr

Interview mit der scheidenden Apfelkönigin
„Jetzt ist Zeit für neue Ideen“

 Zu den persönlichen Höhepunkten ihrer Amtszeit gehörten für Apfelkönigin Simone Klotz die Apfelbaum-Pflanzaktionen in Gubener Kindereinrichtungen, hier in der Kita Waldhaus.
Zu den persönlichen Höhepunkten ihrer Amtszeit gehörten für Apfelkönigin Simone Klotz die Apfelbaum-Pflanzaktionen in Gubener Kindereinrichtungen, hier in der Kita Waldhaus. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Gubens Apfelkönigin zieht kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit Bilanz einer abwechslungsreichen Zeit.

In zwei Wochen endet die Amtszeit der 24. Gubener Apfelkönigin Simone Klotz. Für die RUNDSCHAU hat sie schon jetzt Bilanz gezogen. Sie sagt zudem, wie sie sich auf das Appelfest am 7. und 8. September vorbereitet und wie sie die Zukunft des Amtes der Apfelkönigin sieht.

Ihre Zeit als Apfelkönigin nähert sich dem Ende. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Nach 370 Tagen und 107 Aufritten als Apfelkönigin geht meine Amtszeit am 8. September zu Ende. Sie war ereignisreich, anstrengend, aber wunderschön, wobei wunderschön überwiegt und die Anstrengung schon so gut wie vergessen ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals ein Jahr so schnell vergangen ist. Ich bin glücklich und stolz, diese Herausforderung  angenommen zu haben. Eine davon war das Präsentieren unserer Stadt und der Gemeinde Schenkendöbern auf Bühnen jeglicher Größe vor unzähligen Menschen. „Es war schön, einfach schön, diese Zeit kann mir keiner mehr nehmen“ – um die Puhdys mal frei zu zitieren.

 Einer von insgesamt mehr als 100 Terminen für Gubens Apfelkönigin war das Jubiläumsfest zum 60-jährigen Bestehen des Rosa-Thälmann-Heimes. Gemeinsam mit Martin Reiher, Geschäftsführer der Gubener Sozialwerke, enthüllte den „Faunus-Brunnen“, der nun den Innenhof des Heimes schmückt.
Einer von insgesamt mehr als 100 Terminen für Gubens Apfelkönigin war das Jubiläumsfest zum 60-jährigen Bestehen des Rosa-Thälmann-Heimes. Gemeinsam mit Martin Reiher, Geschäftsführer der Gubener Sozialwerke, enthüllte den „Faunus-Brunnen“, der nun den Innenhof des Heimes schmückt. FOTO: Roswitha Werner

Welche Termine haben Ihnen in den vergangenen Monaten besonders Freude bereitet?

Aus der Galerie meiner Auftritte einige speziell hervorzuheben, ist mir nicht möglich. Kein Auftritt war mit dem anderen vergleichbar. Es waren allesamt wunderschöne und einzigartige Stunden. Aber leuchtende Kinderaugen waren dann doch der schönste Lohn. Dazu noch die neugierigen Fragen – herzallerliebst! An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Gubener Wohnungsgesellschaft, die mir die Apfelbaumpflanzaktion in den Kindergärten erst möglich gemacht hat. Ein Erfolg lässt sich diesbezüglich auch vermelden: An „meinen“ Bäumchen hängen Früchte.

Wie hat sich Ihr Leben durch diese Amtszeit verändert? Wie sehr haben sie diese zwölf Monate geprägt?

Solch ein intensives Jahr hat selbstverständlich bei mir auch Spuren hinterlassen. Es waren Momente des enggedrängten Terminkalenders. Müsste ich diesem  Jahr eine Überschrift geben, dann wäre „Lass dich überraschen und nimm es wie es kommt“ sehr passend. Auch wenn es schwerfällt, da gibt es so Momente im Leben, die kann man einfach nicht vorausplanen. Diese Gelassenheit habe ich auch für mein privates Leben übernommen.

Das Appelfest am 7. und 8. September wird den Abschluss Ihrer Amtszeit darstellen: Wie bereiten Sie sich auf dieses Fest vor? Brauchen Sie eine Extrapackung Taschentücher, weil es ein tränenreicher Abschied werden könnte?

Beim 25. Appelfest ist die Zeit gekommen, mich von der 24. Gubener Apfelkönigin zu verabschieden. Eine wunderschöne Zeit geht zu Ende. An dem Sonntag heißt es für mich, ein letztes Mal die Krone blankputzen, ein letztes Mal mein Gewand herzurichten, ein letzter Blick in den Spiegel, eine letzte Kontrolle, ob alle Utensilien dabei sind. Ich war im laufenden Jahr bei einigen Verabschiedungen und Neukrönungen anwesend. Je näher das Appelfest rückt, desto mulmiger wird mir, weil ich ungefähr erahnen kann, was mich an diesem Wochenende erwartet. Es wird bestimmt nicht einfach. Im Kreise der liebgewonnenen Gastmajestäten wird mir hoffentlich soviel Ablenkung zuteil, dass ich mir erst im Moment der Abkrönung dessen bewusst werde. Vielleicht springt ja auch in diesem Jahr der Kalender ausnahmsweise vom 7. September gleich auf den 9. September um. Ansonsten werde ich so viele Leute wie möglich um mich herum positionieren, die mir bei Taschentuchmangel aushelfen werden.

Zum diesjährigen Appelfest gab es erstmals keine Ausschreibung des Ehrenamtes der Apfelkönigin: Was sagen Sie dazu? Wie bewerten Sie das?

Es wurde in den letzten Jahren schon schwierig, Bewerber für das Ehrenamt als Apfelkönigin zu gewinnen. So geschehen speziell im Jahr 2018 zu meiner Krönung. Ja, sicher muss viel Zeit investiert werden, um dieses Amt auszufüllen, aber die vielen schönen Momente sind unbezahlbar. Jetzt ist aber die Zeit für neue Ideen gekommen. Man kann sie gut finden, man kann sie schlecht finden, aber um das herauszufinden, müssen diese Ideen erst einmal umgesetzt werden und anlaufen. Die Zukunft wird über die Machbarkeit und Akzeptanz entscheiden.