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| 19:10 Uhr

Interview mit Apfelkönigin Lydia Günther
Zum Ritter ein Burgfräulein

Den Moment der Krönung und die Präsentation ihres maßgeschneiderten Kleines wird Apfelkönigin Lydia Günther aus ihrer Zeit als 365 Tage als Majestät nie vergessen.
Den Moment der Krönung und die Präsentation ihres maßgeschneiderten Kleines wird Apfelkönigin Lydia Günther aus ihrer Zeit als 365 Tage als Majestät nie vergessen. FOTO: Ute Richter
Guben. Lydia Günther schließt eine erneute Kandidatur als Apfelkönigin zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Anfang September geht ihre Amtszeit zu Ende. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Anfang September geht die Amtszeit der 23. Gubener Apfelkönigin zu Ende. Lydia Günther blickt im RUNDSCHAU-Interview auf ein erlebnisreiches Jahr zurück.

An welches Erlebnis als Apfelkönigin werden Sie sich noch lange erinnern?

Günther: Zum einen der Moment, in dem klar war, dass ich die Wahl gewonnen habe. Das gab mir einen großen Schub für mein Selbstbewusstsein. Aber auch die Kleidpräsentation war etwas ganz besonderes. Dabei bin ich im Rahmen der Ravenchild-Show quasi aus dem Feuer gestiegen und stand ganz im Mittelpunkt. Ein tolles Gefühl.

Hat Sie das Jahr als Gubener Majestät auch als Mensch verändert?

Günther: Die Erfahrung, Teil von den Hoheiten in Deutschland zu sein, hat mich aus meiner Komfort-Zone und meinem regulären Berufs- und Privatleben herausgeholt. Ich fühle mich nun sicherer auf der Bühne und bin selbstbewusster. Gleichzeitig habe ich gelernt, mich besser zu organisieren. Früher fiel es mir außerdem schwer „Nein“ zu sagen. Ich wollte keinen Menschen enttäuschen. Diese Entwicklungen werden mir weiterhelfen.

Nach der Wahl waren sie plötzlich bekannt in der Stadt. Wie sind sie damit umgegangen?

Günther: Durch meine Arbeit in der Heilsarmee kannten mich auch vorher schon einige Leute in Guben. Aber es war dann doch eine neue und  interessante Erfahrung, dass Menschen mich im Kaufland angesprochen haben und Fotos machen wollten. Besonders bewusst wurde mir meine Bekanntheit als ich mitbekommen habe, dass jemand meine Autogrammkarte im Internet verkauft. Ich konnte es nicht fassen, dass Menschen dafür Geld ausgeben. Müssen sich übrigens auch nicht, ich gebe sie umsonst weg.

Wie anstrengend ist die ehrenamtliche Rolle als Apfelkönigin?

Günther: Nicht die Rolle war anstrengend, sondern eher die Vereinbarkeit mit meinem Beruf. Zum Glück standen aber alle Mitarbeiter in der Heilsarmee und meine Chefin voll hinter mir. Außerdem hatten wir immer einen Praktikanten, sodass ich mir an den Nachmittagen Freiräume für das Amt schaffen konnte.

Was werden Sie vermissen, wenn Sie die Krone im September endgültig abgeben?

Günther: Den Luxus (lacht). Ich wurde sehr umsorgt und habe mich besonders gefühlt. Meine Haare wurden vor jedem Auftritt gemacht und ich habe ein Auto bekommen.

Was passiert mit Ihrem Kleid?

Günther: Auf das Kleid bin ich stolz und es wird definitiv nicht im Schrank verschwinden. Mein Mann hat seine Ritterrüstung bei uns im Wohnzimmer auf einem Gestell ausgestellt. Das gleiche habe ich nun mit dem Kleid vor. Dann haben wir passend zu dem Ritter eine Burgprinzessin.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal zu kandidierten?

Günther: Ich könnte es mir generell schon vorstellen, es hat viel Spaß gemacht. Wäre ich Single, würde ich direkt wieder kandidieren. Gerade bin ich aber frisch mit meinem Mann verheiratet und möchte erst einmal mehr Zeit mit ihm verbringen. Witzig finde ich aber auch die Idee, irgendwann einmal diese Erfahrung als Apfelpaar mit meinem Mann zu teilen.

Wie geht es für Sie weiter?

Günther: Die kirchliche Hochzeit steht noch aus und ich werde mir eine kleine Auszeit mit meinem Mann nehmen. Auch in der Heilsarmee stehen viele Projekte an. Außerdem möchte ich gerne mein Erinnerungsbuch über mein Jahr als Apfelkönigin fertigstellen.

Was ist ihr Tipp für noch zögerliche Kandidaten?

Günther: Traut euch einfach. Der Marketing- und Tourismusverein bereitet euch gut auf die Bühne vor und ihr werdet unterstützt.

Und zum Abschluss: Haben Sie mittlerweile den Gubener Warraschke probieren können?

Günther: Leider hatte ich dazu bisher keine Gelegenheit. Die Apfelernte war letztes Jahr auch nicht so toll. Generell bin ich  aber immer noch ein süß-saftig Apfeltyp.

Mit Lydia Günther sprach Michèle-Cathrin Zeidler