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| 16:07 Uhr

Integration in Guben
Netzwerk braucht Ehrenamtler

 In den ersten Monaten kamen zum Allerweltscafé über 100 Gäste. Jetzt sind es nicht mehr ganz so viele, wichtig sei die Veranstaltungsreihe aber nach wie vor, sagt die Integrationsbeauftragte Regina Bellack.
In den ersten Monaten kamen zum Allerweltscafé über 100 Gäste. Jetzt sind es nicht mehr ganz so viele, wichtig sei die Veranstaltungsreihe aber nach wie vor, sagt die Integrationsbeauftragte Regina Bellack. FOTO: Werner Roswitha / werner
Guben. Das Allerwelts-Sprechcafé gibt es seit 2015. Und es soll weiter für Dialog in Guben sorgen. Von Daniel Schauff

Fast vier Jahre ist es her. Über 100 Neu- und Alt-Gubener treffen sich auf dem Dreieck. Premiere fürs „Allerweltscafé“. Gerade erst hat das Gubener Netzwerk Flucht und Migration zum nächsten Treff eingeladen. Mittlerweile heißt das Projekt „Allerwelts-Sprechcafé“, in Anlehnung an ähnliche Angebote in anderen Kommunen. Das Grundprinzip aber sei das gleiche wie noch 2015, sagt Regina Bellack, Integrationsbeauftragte der Stadt Guben. Und sie schiebt nach: „Ja, eine kleine Erfolgsgeschichte.“ Und eine, die fortgesetzt werden soll.

Ja, das Allerwelts-Sprechcafé werde es auch in Zukunft geben, sagt Bellack. Der Fokus liege jetzt auf den Gesprächen, das Üben der deutschen Sprache, der Grundvoraussetzung für eine mögliche Integration. Der Wunsch sei von den Geflüchteten gekommen. Nach den Pflichtsprachkursen seien die Gelegenheiten zum Nutzen der deutschen Sprache seltener geworden. Das Allerwelts-Sprechcafé will da einmal im Monat gegensteuern.

Die Zeiten allerdings, in denen über 100 Geflüchtete und Deutsche im Ausstellungsraum des Gubener Rathauses zusammengekommen sind, um sich auszutauschen, sind vorbei. Mal sind es 20, im Januar seien es sogar wieder 60 Gäste gewesen, sagt die Integrationsbeauftragte. Warum plötzlich auch wieder so viele Männer mit ihren Frauen den Weg auf den Wilkeplatz gefunden hatten, weiß sie nicht. Das Wetter vielleicht. An Zahlen allerdings will sich Bellack nicht festhalten: „Für die, die kommen, ist es wichtig.“

Allerdings sei nicht nur die Zahl der Geflüchteten gesunken, die einmal im Monat das Angebot des Netzwerkes nutzten. Auch die Zahl der Ehrenamtler sei gesunken. Und Ehrenamtler, das betont die Integrationsbeauftragte, seien dringend nötig.

Das Allerweltscafé, sagt Regina Bellack, biete schließlich nicht nur den Flüchtlingen Gelegenheit, sich auszutauschen, sondern auch Ehrenamtlern. Es gebe viele Gubener, die sich etwa in ihren Hausaufgängen engagierten, den geflüchteten Familien, die mit ihnen Tür an Tür leben, Hilfen im Alltag leisten würden. Vielleicht, sagt Regina Bellack, gebe es unter diesen Engagierten Menschen, die sich den Austausch wünschten, die vielleicht einfach einmal vorbei kommen wollten.

Erst lange nach der Ankunft der ersten Flüchtlinge in Guben war die Sozialarbeit in Trägerschaft des Gemeinnützigen Berufsbildungsvereins Guben (GBV) gestartet. Eine schwierige Zeit für die Neißestadt, in der sie fast ausschließlich auf Ehrenamtler angewiesen war, die sich um Geflüchtete in der Stadt kümmerten. Ein Förderantrag des GBV an den Bund wurde abgelehnt. Das bedeutete: Keine weitere finanzielle Ausstattung für die Integrationshilfe, keine neuen Räumlichkeiten für das Allerweltscafé. Ein Rückschlag, denn der Ausstellungsraum im Rathaus sei nicht ideal, sagt Regina Bellack. Er sei schlichtweg zu groß, vor allem dann, wenn die Runde klein sei und über konkrete Themen gesprochen werden solle.

In aller Regel, sagt sie, seien die Gespräche beim Allerweltscafé bunt gemischt. Oft kämen Fragen zu Formularen, zu organisatorischen Dingen, besonders oft zu Schulangelegenheiten. Das Netzwerk hat nun reagiert und für den nächsten Termin Berit Kreisig eingeladen. Sie ist Leiterin der Europaschule, soll ganz allgemeine und spezielle Fragen rund um das Thema Schule beantworten. Ohnehin sei das ein nächstes Ziel: konkrete Themen. Allerwelts-Sprechcafé werde aber auch das dann noch heißen.

 In den ersten Monaten kamen zum Allerweltscafé über 100 Gäste. Jetzt sind es nicht mehr ganz so viele, wichtig sei die Veranstaltungsreihe aber nach wie vor, sagt die Integrationsbeauftragte Regina Bellack.
In den ersten Monaten kamen zum Allerweltscafé über 100 Gäste. Jetzt sind es nicht mehr ganz so viele, wichtig sei die Veranstaltungsreihe aber nach wie vor, sagt die Integrationsbeauftragte Regina Bellack. FOTO: Werner Roswitha / werner