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| 19:00 Uhr

Zurück in die Heimat
Roter Teppich für Rückkehrer

Ministerpräsident Dietmar Woidke (rechts) hat am Montag den Zuwendungsbescheid für die Rückkehrerinitiative in Höhe von 52 000 Euro im Gubener Rathaus überreicht.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (rechts) hat am Montag den Zuwendungsbescheid für die Rückkehrerinitiative in Höhe von 52 000 Euro im Gubener Rathaus überreicht. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Initiative will ehemalige Gubener mit „Rundum-Sorglos-Paketen“ wieder in die Heimat holen.

„Guben tut gut“ - unter diesem Leitspruch ist am Montag in der Neißestadt eine Rückkehrerinitiative gestartet. Da die Landesregierung dem Projekt mit 52 000 Euro Starthilfe gibt, hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD)  den Zuwendungsbescheid am Montag persönlich an den amtierenden Bürgermeister Fred Mahro (CDU) und die beteiligten Akteure übergeben. Wie wichtig das Thema Rückkehrer für Brandenburg ist, verdeutlicht der Ministerpräsident mit einer Zahl: „Zwischen 1992 und 2015 haben 800 000 vor allem junge Menschen, Brandenburg verlassen.“ Im gleichen Zeitraum seien laut dem amtierenden Bürgermeister Fred Mahro der Neißestadt rund 7000 Einwohner verloren gegangen. „Die Folgen dieser Abwanderung sind enorm“, betont Dietmar Woidke und verweist auf den Fachkräftemangel. Deshalb sei es aller Unterstützung wert, wenn engagierte Bürger diesen Trend stoppen und umkehren wollen.

Und genau das hat die Rückkehrerinitiative vor: Sie will für potenziellen Rückkehrer den roten Teppich ausrollen. Dafür ziehen die Stadt Guben, die Gubener Wohnungsgesellschaft (GuWo) und der Marketing und Tourismus Guben e.V. (MuT) an einem Strang. „Unser Kernpunkt ist ein nachhaltiges und aktives Netzwerk“, erklärt Martin Reiher, Geschäftsführer der GuWo. Alle wesentlichen Gubener Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung sowie sozialen und Freizeiteinrichtungen sollen in einem Netzwerk zusammengeführt werden und Angebote für potenzielle Rückkehrer entwickeln. „Auf Basis dieses gebündelten Informationsgeflechtes sollen Interessierte beraten werden und ein Rundum-Sorglos-Paket vom Jobangebot über die passende Mietwohnung bis hin zum Kitaplatz oder Freizeitmöglichkeiten erhalten“, erklärt der Initiator.

Damit Interessierte einen Anlaufpunkt in der Stadt Guben haben, steht in der „Willkommensagentur“ die Koordinatorin der Initiative, Linda Geilich, ab sofort als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Die Willkommensagentur befindet sich in den Räumlichkeiten der Tourist-Information in der Frankfurter Straße 21 in Guben.

„Eine Internetseite ist aktuell in Arbeit“, sagt Martin Reiher und verweist auf www.guben-tut-gut.de. „Außerdem ist ein Rückkehrtag in der Weihnachtszeit und die Präsentation mit einem Infostand zu publikumsreichen Veranstaltungen geplant.“

Erstmals wird sich die Rückkehrerinitiative am Karsamstag im Rahmen der Osteraktion der GuWo präsentieren. „Gerade zu Ostern sind viele junge Menschen wieder in Guben zu Besuch“, weiß Kerstin Geilich vom MuT. „Bei diesen Couchtouristen wollen wir ansetzen.“ Damit sich die Rückkehrer­initiative auch nach der Förderung durch das Land trägt, werden nun Gubener Unternehmen gesucht, die sich an der Kampagne beteiligen. Als erste Projektpartner haben im Rahmen der Auftaktkonferenz die Energieversorgung Guben, Gubener Sozialwerke, GuWo sowie der MuT eine entsprechende Leistungsvereinbarung unterzeichnet und damit den zusätzlichen Eigenanteil von 15 000 Euro gesichert.

Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro hofft, mit dieser Initiative den Einwohnerstand zu stabilisieren. „Nach der starken Abwanderung in der Nachwendezeit ist diese gezielte Förderung von Rückwanderung vor allem für die Fachkräftesicherung in Guben wichtig“, so der Rathauschef. Aktuell seien in der Stadt 200 Arbeitsplätze nicht besetzt.

(Zeidler )