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| 13:58 Uhr

Guben wählt sein Stadtparlament
Industrie – was die Gubener SVV-Kandidaten denken

FOTO: Stadt Guben
Guben. Gut einen Monat vor der Wahl des Stadtparlaments hat die LR bei Parteien und Wählergruppen nachgefragt. Von Thomas Engelhardt und Daniel Schauff

Am 26. Mai wählt Guben ein neues Stadtparlament. Die RUNDSCHAU hat den Parteien und Wählergruppen fünf Fragen vorgelegt mit der Bitte um Beantwortung. In der Druckausgabe der LR finden Sie  den kommenden Tagen Kernaussagen aus den Antworten. Die vollständigen Antworten bis zu der Vorgabe von 1000 Druckzeichen finden Sie hier bei www.lr-online.de. Im ersten Beitrag geht es um das Thema Industrie. Die RUNDSCHAU hat gefragt: Wie kann es gelingen, Unternehmen an die Neiße zu locken. Reicht ein gut ausgebautes Industriegebiet oder braucht es neue Anreize?

Die Linke „Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für industrielle Ansiedlungen. Darüber hinaus muss das Umfeld stimmen - die sogenannten weichen Standortfaktoren. Welche Kinderbetreuungen und Bildungseinrichtungen stehen zur Verfügung? Wie kann ich meine Freizeit verbringen? Hier hat Guben viel zu bieten: Kitas, Schulen, Horte, Vereine, unsere Neiße, die Natur ist zum Greifen nahe.“

Die FDP „Der Ansiedlung von Arbeitsplätzen stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber und unterstützen hier weiterhin die Bemühungen der Stadt. Um dies erfolgreich zu gestalten, muss der Umbau der Stadt den Bedürfnissen ihrer Bürger angepasst werden. Der Umbau muss bedarfsgerecht, weitsichtig und mit den neu gewonnenen Erkenntnissen erfolgen. Das Leben in unserer Stadt muss lebenswert bleiben.“

Die SPD „Ein gut ausgebautes Industriegebiet mit allen nötigen Anschlüssen ist ein sehr wichtiger Punkt. Hier muss es heißen: Die Infrastruktur um und in Guben muss sich weiter verbessern. Ein Containerumschlagplatz ist notwendig. Die B112 muss weiter ausgebaut werden.“

FOTO: LR / Janetzko, Katrin

Die CDU „Unternehmensansiedlungen sind in Guben sowohl im gut ausgebauten Industriegebiet als auch im Gewerbegebiet möglich. Die CDU Guben konzentriert sich in der Wirtschaftspolitik auf die Entwicklung und Stabilisierung der Faktoren Infrastruktur, Verbesserung der Verkehrsanbindung über Straße und Schiene, schnellere Internetverbindung, Sicherheit und Fachkräfteangebot, aber auch auf Faktoren wie Familienfreundlichkeit, Schulbildung, Kultur-, Vereins- und Sportangebote. Positive Merkmale Gubens sind durch intensives Stadtmarketing auf dem Investorenmarkt hervorzuheben. Steuern müssen sich auf einem mit dem Umfeld vergleichbaren aber vertretbaren Niveau bewegen und durch Stabilität des Grund- und Gewerbesteuersatzes ist Verlässlichkeit zu garantieren. Fachkräfte sind vor allem durch Ausbildung in der Region und die Förderung der Rückkehrerinitiative zu gewinnen.“

Die Grünen „Neben dem weiteren Ausbau des Industriegebiets sollten für kleine und mittelständische Unternehmen weitere Gebäude und Flächen zur Verfügung gestellt werden. Hierzu sollte in der Verwaltung ein Flächenpool eingerichtet werden. Die Stadt Guben muss sich noch offensiver als Europastadt bewerben um auch ausländische Investoren anzuziehen. Die vorhandenen Kompetenzen des Industriegebietes sind hierbei auszubauen und durch neue Industriezweige beispielsweise im Bereich erneuerbarer Energien oder Energiespeicherung zu ergänzen. Zunehmend wichtiger für die Ansiedlung neuer Betriebe sind die Lebensqualität der Stadt und dem Umland sowie die Infrastrukturelle Anbindung. Besonders im Bereich der sogenannten „weichen Standortfaktoren“ kann und muss sich die Stadt vorausschauend entwickeln und die Chancen des Strukturwandels für sich nutzen.“

Einzelkandidat Klaus Schneider „Ein gut ausgebautes Industriegebiet ist nur ein Puzzleteil für die Ansiedlung von Unternehmen im IG Süd. Wesentlich sind viele weitere Faktoren: Thema Betriebskosten: Hier haben die kommunalen Gesellschaften (EVG, GWAZ, SWG) dafür zu sorgen, dass die Medienkosten wettbewerbsfähig sind. Thema Erschließung: Eine optimale Anbindung für Straßen- und Schienenverkehr ist wesentliche Voraussetzung für den Wettbewerb mit anderen Industriegebieten. Deshalb muss dringend u. a. die Oder-Lausitzstraße bei Neuzelle/Eisenhüttenstadt realisiert werden, um Guben besser an die Autobahn anzubinden. Thema Ansprechpartner: Der Bürgermeister muss erster Ansprechpartner/Wirtschaftsförderer sein. Thema Stabilität: Die vorhandenen Firmen im IG Süd müssen ständig durch eine optimale Wirtschaftsförderung an den Standort gebunden werden, woraus ein gutes Klima als Voraussetzung für Firmenerweiterungen und Neuansiedlungen entsteht. Thema Digitalisierung: Allen Firmen müssen die erforderlichen Anschlussmöglichkei“ Hier wurden die vorgegebenen 1000 Druckzeichen erreicht

Die AfD „Die Stadt Guben hat seit der Wendezeit viele Industrieunternehmen verloren. Wir wollen, dass die Verwaltung eine stärkere Dienstleistungsmentalität zum Wohle von Gewerbebetrieben, Handwerk, Dienstleistern und Handel entwickelt. Deren Bedürfnisse und die verstärkte Konzentration auf die Ansiedlung von Industriebetriebe müssen Kern flexibleren Verwaltungshandelns werden. Es müssen weitergehende Maßnahmen zu Mittelstandsförderung und Investorenansiedlung endlich nachhaltig forciert werden! Gerade in diesen Bereichen ist noch viel Nachholbedarf. Nur eine wirtschaftlich funktionierende Stadt kann sich auch als sozialer Dienstleister ohne Haushaltsschieflage präsentieren. Dazu gehört, dass sich die Stadt aktiv um einen Anstieg der Bevölkerungszahl für mehr Steuereinnahmen und Mittelzuweisungen bemüht. Alles andere sind Luftschlösser, die man uns bis heute als gangbare Option verkaufen will.“

Wir Gubener Bürger Guben braucht den Mix aus klassischen Industriearbeitsplätzen und den Arbeitsmöglichkeiten in Dienstleistung, Fremdenverkehr und Kultur

• Stärkung Dienstleistung, Fremdenverkehr Kultur und Kunst als Rückgrat wirtschaftlicher Entwicklung

• Industrie und Fachkräfterekrutierung lebt von verkehrspolitischer Infrastruktur: Regionalexpress RE1 ohne Umsteigen zwischen Guben und Potsdam bzw. Cottbus mit stark verkürzter Fahrzeit und durchgängig Halbstundentakt

• Ausbau und Erweiterung Industriegebiet durch Nutzen aller Möglichkeiten der Förderung des Strukturwandels

• Guben für Fachkräfte und Rückkehrer attraktiv machen: Unterstützung bei Wohnungssuche, Erwerb von Wohneigentum, dazu Einbinden der Sparkasse

GUB-SPN „Eine zukunftsfähige gezielte Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung sind zwei wesentliche Garanten für den Aufschwung einer Stadt. Guben hat in den zurückliegenden Jahren viel und wird in den kommenden Jahren mehr Geld in Eigen- und ILB-Fördermittel in die Aufwertung des Industriegebiets Süd und in die Stadtentwicklung stecken. Wichtig scheint mir, dass wir hier nicht unrealistisch und mit allzu großem Wunschdenken an die Schaffung von Arbeitsplätzen herangehen, sondern, dass wir das vorhandene in ihren Strukturen erhalten und stärken. Ein langsamer aber stetige Zuwachs an Arbeitsplätzen, die langfristig erhalten werden können, bringt der Region mehrt Sicherheit. Zukünftig, da bin ich mir sicher, definieren sich lebenswerte Städte nicht mehr nur über eine effiziente Infrastruktur, sondern sie werden Anreiz und Stimulation sowie Erholung und Rückzug gleichermaßen bieten. Im globalen und regionalen Wettbewerb der umliegenden Städte um Einwohner werden diese Faktoren wichtige Erfolgsk“ Hier wurden die vorgegebenen 1000 Druckzeichen erreicht