ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:40 Uhr

In Pinnow wurde der Schlaubetal-Teller präsentiert
Das Schlaubetal ganz regional

 In diesem Jahr wurde der Schlaubetal-Teller in der Karpfenschänke in Pinnow präsentiert. Foto: Daniel Schauff
In diesem Jahr wurde der Schlaubetal-Teller in der Karpfenschänke in Pinnow präsentiert. Foto: Daniel Schauff FOTO: LR / Daniel Schauff
Siehdichum/Schenkendöbern. 19 Gaststätten, 31 Erzeuger – so viele Beteiligte wie nie zaubern in diesem Jahr Schlaubetal-Teller auf die Tische der Wirte rund um den Naturpark. Von Daniel Schauff

Rinderpökelzunge. Saiblingsfilet. Preußische Kanonenschläge. Nein, der Schlaubetal-Teller ist kein feststehendes Gericht, die 19 Gastwirte rund um den Naturpark interpretieren ihn so verschieden, wie es nur geht. Mal Fisch. Mal Fleisch. Nur regional muss es sein. Und frisch. So wie die Hackröllchen in der Karpfenschänke in Pinnow. Dort ist der Schlaubetal-Teller am Donnerstagvormittag vorgestellt worden. Das Fleisch, sagt Karpfenschänke-Chefin Doreen Noack, kommt aus Atterwasch, im Sommer dann aus Neuzelle. Regional eben.

Premiere für die neue Naturparkleiterin

Für Naturparkleiterin Inka Schwand ist es die erste vollständige Schlaubetal-Teller-Saison. Sie leitet den Naturpark seit dem 1. September des letzten Jahres. Trotzdem geht es in ihrer kurzen Rede vor Vertretern von Tourismusinformationen und Gastronomen aus der Region um weit mehr als nur ein paar Monate. 19 Gastwirte – im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Zahl gestiegen. 2018 waren es 17.

Auch die Zahl der Zulieferer steigt, 31 sind es in diesem Jahr. Die Grafikerin, sagt Inka Schwand, habe ordentlich zu tun gehabt, sie alle auf den Handzettel zum Schlaubetal-Teller zu kriegen. Weiter weg als Frankfurt (Oder) ist keiner von ihnen.

Kein festgeschriebener Preis mehr

Ganz bewusst hätten die Naturparkverwaltung, die Gastronomen und die Touristiker rund ums Tal auf den in den vergangenen Jahren festgeschriebenen Preis von zwölf bis 15 Euro für das jeweilige Schlaubetal-Gericht verzichtet, sagt die Naturpark-Leiterin. Viele Gastronomen hätten der Verwaltung die Rückmeldung gegeben, dass es nur schwer möglich sei, je nach Zutat den Preis zu halten. Immerhin – viele Gasthäuser bieten Fisch und Rind an – traditionell teure Lebensmittel.

Außerdem, das bestätigt auch Gastwirt René Schwark vom Schloss Bomsdorf, fragten viele Gäste nach kleineren Portionen, Senioren etwa, Radler. Bisher sei der durch den festgeschriebenen Preis schwer kalkulierbar gewesen. Eine Herausforderung, vor der auch Doreen Noack von der Karpfenschänke des Öfteren gestanden habe.

Traditionsteilnehmer ist die Karpfenschänke

Schwark ist seit 2013 einer der Gastwirte, die sich der „Aktion Schlaubetal-Teller“ anschließen. Die Erfahrungen sind gut, sagt er. Seit dem Start bietet er das gleiche Gericht unter dem Regionalmotto an – Rinderzunge. Und die Gäste freuten sich schon auf den Saisonstart. In der Karpfenschänke wird gewechselt – mal gab es ganz klassisch Karpfen, mal Fleischgerichte wie in diesem Jahr. Das Hotel und Gasthaus am Pinnower See ist seit Beginn des Projekts unter den Schlaubetal-Teller-Anbietern und damit immerhin seit 2001. Kaum ein anderer Wirt habe so lange durchgehalten, sagt Inka Schwand. Bei einigen seien Renovierungen, Betreiberwechsel oder andere Dinge dazwischengekommen.

Anregungen für die nächsten Jahre

2021 feiert die Aktion ihr 20-jähriges Jubiläum. Dann, sagt die noch frische Naturparkleiterin, könne sie sich vorstellen, sie noch größer aufzuziehen. Wie genau das aussehen kann, werden Gespräche in den nächsten Monaten zeigen. Bis dahin nimmt sie allerdings Anregungen von der Schlaubetal-Teller-Präsentation in Pinnow mit. So sei es vielleicht eine Idee, auch vegetarische Alternativen unter dem Motto anzubieten.

Außerdem sei es schade, dass einige Gastronomen kein konkretes Gericht als Schlaubetal-Teller im Handzettel bewerben würden, kritisiert Schwark. Einige Anbieter beschränken sich auf Angaben wie „ein regionales und saisonbezogenes Gericht“ oder „was Wald, Land und Fluss im Schlaubetal anbieten“. Das allerdings heiße nicht, dass die Wirte auf ihren Speisekarten nicht den Schlaubetal-Teller anbieten würden, sagt Inka Schwand. Bei ihnen ist der aber wohl eher ein Überraschungspaket.