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Grießen
Exoten mit Rieseneiern in Grießen

Willy und Maja fressen Ramona Hannaske friedlich aus der Hand. Erst in der Paarungszeit verteidigt Willy sein Revier und seine Dame.
Willy und Maja fressen Ramona Hannaske friedlich aus der Hand. Erst in der Paarungszeit verteidigt Willy sein Revier und seine Dame. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Grießen . Leichtes Spiel bei der Ostersuche: Ein Ei von Straußendame Maja wiegt bis zu zwei Kilogramm.

Entspannt zupft Maja auf ihrer Weide in Grießen am Gras. Immer wieder schaut Willy zu ihr hinüber, während er sein schwarzes Gefieder schüttelt  und sich putzt. Als die beiden mit ihren langen Hälsen Besitzerin Ramona Hannaske mit einem Eimer Nüsse in der Hand am Zaun erspähen, setzen sie sich mit ihren langen Beinen gemächlich in Bewegung. Die beiden Exoten in Grießen sind keine Fata Morgana – Willy und Maja sind wirklich Strauße.

„Früher habe ich Hühner und Gänse gehalten, doch da gab es immer Ärger mit dem Fuchs“, erzählt Ramona Hannaske. 2004 reifte dann die Idee, sich ein außergewöhnliches Haustier anzuschaffen. „Mein Freund und ich haben uns schließlich zwei Jungtiere von einer Straußenfarm in Polen geholt“, erzählt die Besitzerin und beginnt die beiden Strauße aus der flachen Hand  mit Nüssen zu füttern. „Die beiden ernähren sich hauptsächlich von Gras“, weiß die 56-Jährige. „Sie fressen aber auch gerne das Obst von den Bäumen und abends füttern wir ein paar Pferdepellets zu.“ Noch sind Willy und Maja auf ihrer Weide  entspannt. „In der Paarungszeit verteidigt Willy sein Weibchen und sein Territorium dann allerdings schon“, weiß die Besitzerin aus Erfahrung. Bis dahin ist aber noch ein wenig Zeit: „In der Paarungszeit sind die Beine und der Schnabel beim Männchen knallrot. Die Färbung entwickelt bei Willy gerade langsam.“

In die Eier von Straußendame Maja passen zwischen 27 und 30 Hühnereier. Familie Hannaske verkauft sie für 15 Euro.
In die Eier von Straußendame Maja passen zwischen 27 und 30 Hühnereier. Familie Hannaske verkauft sie für 15 Euro. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Wer zu Ostern ein Straußenei kaufen möchte, den muss Ramona Hannaske enttäuschen. „Ihr erstes Ei legt Maja meist erst im Mai“, erzählt sie. Allerdings wären die Straußeneier bei der Eiersuche auch keine Herausforderung. Ein Ei der afrikanischen Exoten kann nämlich bis zu zwei Kilogramm wiegen. „Zwischen 27 und 30 Hühnereier passen in ein Straußenei“, bestätigt Ramona Hannaske. Ihre Maja legt bis zu 35 Eier im Jahr und die verkauft die Familie dann für 15 Euro.

Und wie schmeckt so ein Straußenei? „Genau wie ein Hühnerei“, lacht Ramona Hannaske. „Allerdings machen die Eier gefühlt schneller satt. Wir teilen uns gerne zu dritt eins.“ Straußeneier sollen sogar gesünder sein, da sie weniger Cholesterin enthalten als Hühnereier. Allerdings ist es gar nicht so einfach, an die Eiermasse zu kommen. „Die Schale ist hart und sehr stabil“, so die Besitzerin. Müssen sie aber auch, denn Strauße legen ihre Eier gerne im Stehen. „Wir bohren die Eier immer auf“, verrät Ramona Hannaske. „Auf diese Weise bleibt auch die Schale ganz.“ Die sei bei Bastlern sehr beliebt.

Dem Irrglauben, dass Strauße ihre Köpfe bei Gefahr in den Sand stecken, widerspricht Ramona Hannaske: „Das ist ein Mythos, allerdings nehmen meine Strauße sehr gerne ein Sandbad.“ Bei Gefahr laufen die Tiere und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometer pro Stunde. „Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Strauße ausreichend Platz zur Verfügung haben“, betont Ramona Hannaske.

(Zeidler)