(utr) Die Plätze in der Alten Färberei reichten am Sonntagnachmittag kaum aus, als der Ural Kosaken Chor ein Gedenkkonzert in Erinnerung an Ivan Rebroff in Guben gab. Immer wieder musste Petra Koch von der Stadt Guben Stühle zusätzlich aufstellen, weil das Interesse offensichtlich so groß war und zu den vorverkauften Karten noch viele sich spontan zu einem Konzertbesuch entschieden.

Und tatsächlich fesselten die Musiker ihr Publikum von Anfang an mit ihren Stimmen. Man merkte ihnen jederzeit an, wie sehr sie Ivan Rebroff verehren.

Rebroff, den Künstler und den Menschen. Er war einmalig: als Sänger mit einem Stimmumfang von viereinhalb Oktaven, als Schauspieler, als Komödiant und als Entertainer. Und weil er so einmalig war sollte dieses Konzert auf keinen Fall eine Kopie der Konzerte Rebroffs werden.

Und so sangen die Männer vom Ural Kosaken Chor zwar die Lieder ihres aus Deutschland stammenden berühmten Idols, aber auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Mit ihren wunderbaren Stimmen und den unterschiedlichen Tonlagen hauchten sie den Gesängen aus der russisch-orthodoxen Kirche, aber auch den Melodien und Volksweisen aus Ost und West neues Leben ein – ohne dabei die Tradition aus den Augen zu verlieren. Lieder wie beispielsweise „Ave Maria“, das Mönchsgebet, „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“  kamen beim Publikum gut an. Die Töne der Balaleika sowie des Akkordeons ergänzten die Kraft der Stimmen. Aber auch ohne Stimmen rührten die Instrumentalstücke einige im Publikum zu Tränen.

Viele der Besucher lauschten der Musik mit geschlossenen Augen, um die Musik gänzlich auf sich wirken zu lassen.

Den Ural Kosaken Chor gibt es mittlerweile seit 95 Jahren. Auf der ganzen Welt geben sie Konzerte und das immer mit dem einen Ziel: Das Kulturgut der orthodoxen Kirche sowie die Volksweisen aus dem alten Russland und der Ukraine dem Publikum traditionsgerecht zu vermitteln - auch wenn einige Arrangements der heutigen Zeit angepasst wurden.