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| 17:28 Uhr

Bürger fragen - Verwaltung antwortet
Am Hochhaus ist Gefahr in Verzug

In der Bürgerversammlung am Dienstag kamen viele verschiedene Themen auf den Tisch. Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro stand den gut 20 Einwohnern Rede und Antwort.
In der Bürgerversammlung am Dienstag kamen viele verschiedene Themen auf den Tisch. Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro stand den gut 20 Einwohnern Rede und Antwort. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. In der Bürgerversammlung ging es auch um die Fabrik, Altlasten und den Europapark.

Eigentlich hätte Uwe Schulz als Stellvertreter des amtierenden Bürgermeisters die Gubener Bürgerversammlung am Dienstagabend leiten sollen, weil Fred Mahro im Wahlkampf ist. Doch Schulz ist erkrankt, und so leitete doch der amtierende Bürgermeister die Runde. Die erste Frage kam noch recht zögerlich, aber dann kamen die Einwohner der Neißestadt in Fahrt und nutzten die Gelegenheit, Themen anzusprechen, die sie beschäftigen. Hier sieben Fragen im Überblick.

Wie geht es weiter mit der Fabrik?

Fred Mahro: „Der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Fabrikverein läuft am 30. Juni aus und eine Verlängerung ist nicht in Sicht. Der Verein hat sich auch dementsprechend positioniert. Wir bereiten in der Verwaltung aktuell die getrennten Ausschreibungen der drei Bereiche Kultur, Gastronomie und Jugendarbeit vor. Es gab schon zwei Anfragen und ich bin zuversichtlich, dass wir einen Nachnutzer finden.“

Gibt es schon Ergebnisse zum Monitoring der Altlasten?  

Fred Mahro: „Der Bodenaustausch um das ehemalige Gaswerk vor fünf Jahren hat Wirkung gezeigt. Die Belastung rund um das Rathaus ist kurz nach dem Aushub erst einmal gestiegen, dann aber gefallen. Von hier geht keine Gefahr mehr aus. Durch die Bohrungen und das Monitoring sollte die Ausbreitung der Altlasten ermittelt werden. Die Ergebnisse der Untersuchungen zu verkünden, ist Aufgabe des Landkreises Spree-Neiße. Ich werde diese Anfrage allerdings zum Anlass nehmen, noch einmal den Stand abzufragen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden sie im Umweltausschuss diskutiert und Sanierungsmaßnahmen abgeleitet.“

Sven Rogosky: „Es ist nicht davon auszugehen, dass die Befunde gefährlich sind. Denn dann wären die Anlieger schon angeschrieben wurden und das ist meines Wissens nach nicht der Fall.“

Wie ist der Stand beim Torhaus?

Fred Mahro: „Aktuell laufen die Sanierungsmaßnahmen am Torhaus. Im Zuge der Arbeiten wurde  festgestellt, dass die Schädigung der Bausubstanz wesentlich höher als ursprünglich angenommen ist. Es ist gigantisch, was da alles gemacht werden muss. Die Arbeiten werden aber fortgesetzt und wir werden das Torhaus grundhaft sanieren und wieder herrichten. Vielleicht ist es da in diesem Zusammenhang sogar besser, dass wir das Torhaus nicht verkaufen könnten. Ein Investor hätte diese Kosten nicht vorhersehen können und jetzt wird die Sicherung vollständig aus Förderprogrammen des Bundes und des Landes finanziert. Erst nach der Sanierung werden wir uns überlegen, wie das Torhaus weiter genutzt werden soll.“

Wie können sich die Gubener bei der Erweiterung des Parks einbringen?

Fred Mahro: „Der Europark Guben-Gubin soll als weiteres Projekt im Rahmen der Interreg-Förderung beantragt werden. Die Frist zum Einreichen des Fördermittelantrages läuft bis zum 30. April. In der kommenden Woche findet am 28. Februar um 18 Uhr in der Alten Färberei eine öffentliche Veranstaltung zum Europark statt. Interessierte und Vereine können sich hierbei in die Planung einbringen. Wichtig ist für mich, dass wir für die Kinder einen Bezug zu Tieren herstellen und im Stadtpark zukünftig einen Mix aus Freizeit, Natur und Tieren schaffen.“

Wie ist der Stand bei der ehemaligen Wilhelm-Pieck-Schule?

Fred Mahro: „Wir waren noch nie so nah an einer Nachnutzung dran, wie heute. Ich bin optimistisch, dass im Zusammenhang mit dem Klimaquartier Hegelstraße eine Lösung in Sicht ist.“

Gibt es beim Hochhaus Fortschritte?

Fred Mahro: Natürlich geht es mit dem Hochhaus so nicht weiter. Es fallen Scheiben aus den Fenstern und der Bauzaun steht nicht. Hier ist Gefahr in Verzug und daher haben wir den Eigentümer aufgefordert, diese Missstände zu beheben. Ansonsten können wir als Stadt aber nur zuschauen. Eigentum ist gesetzlich stark geschützt. Wir haben dem Eigentümer zwar signalisiert, dass die Stadt ein Kaufinteresse an dem Gebäude hat. Aber wir werden das Hochhaus wohl noch einige Jahre haben.

(Zeidler)