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| 15:39 Uhr

Umbau
Beratung statt Broiler in der Bar

Steuerberaterin Mandy Kleemann (mitte) und ihre Mitarbeiter der ETL RUB Datenverarbeitung sind zufrieden mit dem modernen Neubau am Dreieck in Guben. Aktuell sucht die Firma Auszubildende.
Steuerberaterin Mandy Kleemann (mitte) und ihre Mitarbeiter der ETL RUB Datenverarbeitung sind zufrieden mit dem modernen Neubau am Dreieck in Guben. Aktuell sucht die Firma Auszubildende. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Das Gebäude stand seit vielen Jahren leer, nun wurde der Abriss mit 110 000 Euro gefördert.

Früher brutzelten in der Gasstraße 18 in Guben knusprige Hähnchen in der Küche vom „Broilereck“. Doch dann stand der einstige Treffpunkt vieler Gubener über viele Jahre hinweg leer und kam immer mehr herunter. Im März wurde das Gebäude schließlich abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht. Doch die Lücke in der Gasstraße wurde schnell gefüllt. In dem Neubau gibt es nun Steuerberatung statt Broiler: Die Firma ETL RUB Datenverarbeitung hat hier ihren neuen Sitz. Vor kurzem wurde das Baugerüst entfernt.

„Wir sind bereits im Dezember in den Neubau gezogen“, sagt Steuerberaterin Mandy Kleemann. Ihr gehört die Zweigniederlassung der Steuerberatungsgesellschaft. Vorher befand sich das Büro in der Karl-Marx-Straße 93 in Guben „Ich habe eine Steuerberatungsfirma  in Guben und eine weitere in Eisenhüttenstadt“, sagt die Gubenerin. An beiden Standorten arbeiten jeweils zehn Mitarbeiter für Unternehmen, Freiberufler und Selbständige aller Branchen. Die alten Räumlichkeiten in der Karl-Marx-Straße wurden Mandy Kleemann bereits vor längere Zeit zu klein. „Außerdem möchte ich gerne ausbilden und dafür brauchten wir ebenfalls mehr Platz“, erzählt sie.

Mit ihren Vergrößerungsplänen kam auch die Standortfrage: Sollte sie sich in Guben oder doch lieber in Eisenhüttenstadt eine größere Fläche suchen. „Ich war mutig und habe meiner Heimatstadt den Vorzug gegeben“, sagt Mandy Kleemann und ist zufrieden mit ihrer Wahl: „Die Lage am Dreieck ist optimal und mitten in der Stadt. Meine Mitarbeiter und Kunden sind begeistert von den neuen, hellen und modernen Räumen.“  Der Neubau erstreckt sich über 240 Quadratmeter.

Die Abrissarbeiten am Broilereck begannen im März vergangenen Jahres und wurden mit 110 000 Euro gefördert.
Die Abrissarbeiten am Broilereck begannen im März vergangenen Jahres und wurden mit 110 000 Euro gefördert. FOTO: Daniel Schauff

Für viele Gubener galt das leer stehende Broilerck als Schandfleck in der sanierten Altstadt. Andere Neißestädter schauen wehmütig auf die einst so angesagte Lokalität auf dem Dreieck zurück und erinnern sich noch lebhaft an das gute Essen. Vor allem als „Weißer Hirsch“ war die Lokalität ein beliebter Ort zum Ausgehen diesseits der Neiße.

Auch Mandy Kleemann war als Kind häufiger mit ihrer Mutter im Broilereck essen. „Wir wollten die Erinnerung an das frühere Gebäude erhalten und haben daher bewusst auf Nostalgie gesetzt“, verrät Mandy Kleemann. In Eingangsbereich der Steuerberatung befindet sich daher ein Bild der früheren Gaststätte. „Von den Gubenern habe ich bisher nur positive Reaktionen gehört. Viele sind froh, dass wir das Gebäude erneuert haben“, sagt die Beraterin. „Es passte einfach nicht mehr ins Bild.“

Der Abriss des baufälligen Gebäudes wurde mit 110 000 Euro aus Städtebaufördermitteln des Bund-Land-Programms ASZ finanziert. „Für den Neubau haben ich keine Förderung bekommen“, sagt Mandy Kleemann. Wie tief sie dafür in die Tasche greifen musste, möchte sie allerdings nicht verraten.

Beim Bau hat sich Mandy Kleemann auf die handwerklichen Kompetenzen in ihrer Heimatstadt verlassen. „Rund 95 Prozent der Bauunternehmen kamen aus Guben“, verrät sie und betont: „Das ist unser Ansatz. Wir haben viele Mandanten aus Guben und wir wollten das Geld im Ort lassen.“ Außerdem sei es von Vorteil gewesen, dass sich die Unternehmen kannten: „Das hat vieles erleichtert und wir sind planmäßig fertig geworden.“

(Zeidler)