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| 02:39 Uhr

Im Spree-Neiße-Kreis wählen Schüler den Bundestag

Bei der Juniorwahl stimmen die Schüler online oder mit Stimmzetteln ab.
Bei der Juniorwahl stimmen die Schüler online oder mit Stimmzetteln ab. FOTO: dpa
Burg/Guben/Forst. Wenn der Bundestag gewählt wird, dürfen offiziell nur volljährige Bürger darüber abstimmen. Ganz anders ist es jedoch bei der Juniorwahl. alt

Das Projekt, das sich an Schüler an Schulen in ganz Deutschland richtet, soll auch den Jugendlichen zeigen, wie man wählt.

"Die Ergebnisse sind natürlich etwas anders", sagt Christina Stobwasser, Projektmitarbeiterin der Juniorwahl. "Dennoch zeigen die Wahlergebnisse, dass die Jugendlichen auch gute Wahlentscheidungen treffen können."

Im Spree-Neiße-Kreis haben sich für das Experiment bisher drei Schulen gemeldet. An der Burger Grund- und Oberschule stimmen 112 Schüler ab, am Pestalozzi-Gymnasium in Guben sogar 189 und an der dortigen Europa-Schule immerhin noch 89. "Es können sich aber noch Schulen anmelden. Wir haben noch 17 Plätze in Brandenburg frei", so Projektleiter Gerald Wolf. Die Wahlzettel könne man, wie die Bundesdruckerei, allerdings erst erstellen, wenn der Bundeswahlleiter die Listen bestätigt hat.

Anmelden können Bildungseinrichtungen alles - von der gesamten Schule bis zur einzelnen Klasse. "Die Schulen können auch erstmal mit einer Klasse ausprobieren und dann zur Landtagswahl im kommenden Jahr mehr Klassen einbeziehen", sagt Wolf. "In der Regel bleiben die Schulen dabei und werden zu Wiederholungstätern."Ziel des Projektes sei es, Jugendliche dazu zu bewegen, sich in die Gesellschaft einzubringen. "Wir wollen überzeugte Demokraten schaffen", so Wolf.

In einigen Bundesländern habe dies sogar bewiesenermaßen zu Erfolgen beigetragen. "Als wir in Bremerhaven fast alle Schulen dazu bewegen konnten, bei der Juniorwahl mitzumachen, stieg dort auch die Wahlbeteiligung unter jungen Menschen. Das hat uns der Landeswahlleiter von Bremen bestätigt", berichtet der Projektleiter weiter.

Alle, die befürchten, dass bei der Wahl nur Extremisten die Stimmen abgreifen, kann der Projektleiter Wolf beruhigen. "Das ist schon auch ein Spiegelbild der richtigen Wahl", sagt er. So haben zwar die Grünen bei der Juniorwahl zur Landtagswahl in Brandenburg 2009 rund 20 Prozent bekommen. "Aber vorn lag auch bei den Jugendlichen die SPD mit 22 Prozent, gefolgt von Linken und CDU mit jeweils rund 17 Prozent. Die FDP kam sogar auf 9 Prozent", so Wolf.

Erfreulich sei auch, dass entgegen der Erwartung die rechten Parteien nicht zu stark waren. So bekam die NPD 6,2 Prozent der Stimmen der Jugendlichen, die DVU weitere 2,2 Prozent.

"Wenn solche Ergebnisse auftreten, reagieren viele Schulen darauf. Dann führen sie Demokratieprojekte durch und klären im Unterricht über die Problematik auf", erzählt Wolf.

Zum Thema:
Bei der Juniorwahl können Jugendliche analog zu den echten Wahlen in ihrem Wahlkreis abstimmen. Die Abstimmung wird online oder mit eigens angefertigten Wahlzetteln durchgeführt. Die Ergebnisse werden zentral erfasst. In Brandenburg haben sich bisher 114 Schulen angemeldet, in Gesamtdeutschland sind es 2187. Schulen, die noch Interesse haben, können sich an das Projekt wenden. Mehr Informationen hierzu gibt es im Internet unter www.juniorwahl.de. Dort finden sich auch die Ergebnisse der letzten Bundestagswahl und einiger Landtagswahlen.