Diese große Gruppe machte es kaum möglich, allen gleichzeitig Informationen zur Geschichte und Botanik des beliebten Wanderwaldes zu vermitteln. "Das nächste Mal werden sich Interessenten anmelden müssen", betonte Florian Böhme. Für den Klostergärtner war es auch das erste Mal. Sonst kümmert sich Böhme "um die Reinheit in den Gärten". Jetzt betonte er, wie wichtig es sei, den Wald der Natur zu überlassen. "Hier sollten keine Nadelbäume und keine Birken wachsen. Doch seit einigen Jahren haben sich Douglasien und Fichten in den Fasanenwald eingeschlichen. Und manch andere Sträucher. "Der Fasanenwald wird von Gärtnern oft zum Abladen von Gartenresten genutzt. Schnell wächst dann ein untypischer Strauch heran, wie etwa die Schneebeere. Und Robinien gehören hier auch nicht hin", erklärte Böhme.

Aber noch immer faszinieren die Wanderer die Blütenvielfalt von Scharbockskraut, Schöllkraut und Knoblauchranke sowie Buschwindröschen, Lerchensporn und Salomonsiegel. Allerdings seien die meisten der Pflanzen auch "eingeschleppt". Florian Böhme wünscht sich viel mehr Wanderer im Fasanenwald. "So werden die Wanderwege gepflegt." Schließlich wurden diese letztmals Anfang der 1990er-Jahre bearbeitet. "Heute herrscht hier Wildwuchs. Wenn mehr Menschen hier wandern, können die Wege durch das Festtreten erhalten werden", so Böhme. Bereits im Jahr 1765 ist der Fasanenwald als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen worden. Etwa 30 Jahre vorher ist der Fasanenwald erstmals erwähnt worden. Die Mönche des Klosters Neuzelle hätten in einem Garten Fasane gehalten. Daher leite sich auch der Name ab. "Allerdings sei das Areal für die Haltung von Fasanen eigentlich ungeeignet. Sie wollen Unterschlupf. Hohe Bäume gewähren diesen nicht", erklärte der Klostergärtner.

Hoch sind im Laufe vieler Jahre Buchen, Linden, Ahorn, Ulmen und Eichen geworden - die Markenzeichen des Fasanenwaldes. Hin und wieder stirbt ein Baum, wie erst kürzlich eine etwa 300 Jahre alte Buche. "Die ist nicht dem Sturm zum Opfer gefallen, ihre Wurzeln waren von einem Pilz befallen", erklärte Böhme. Manch Stamm kreuzte den Weg der Gruppe. Da war dann Sportlichkeit gefragt: Unter dem Baum hindurch kriechen, oder über ihn hinüberklettern. Der Fasanenwald birgt jedoch auch einige Geheimnisse. Eines ist das Plateau in etwa 65 Metern Höhe. Dort soll eine Slawenburg gestanden haben. "Umgeben von Schluchten ist dies der höchste Punkt des Fasanenwalds", so Böhme. Auf einer Fläche von etwa 150 mal 50 Metern haben Ausgrabungen dem Standort einer slawischen Höhenburg aus dem 7. bis 10. Jahrhundert nachgewiesen. Welchem Zweck sie diente, sei heute nicht mehr klar. Fünf Meter breite Wallmauern sollen hier gestanden haben. "Die Legende sagt, dass hier das Kloster entstanden sei. Doch Forschungen ergaben, dass hier nie etwas gestanden hat, was mit dem Kloster Neuzelle zu tun hatte", erklärte der Klostergärtner.

Wer den Fasanenwald auf eigene Faust erkunden möchte, bekommt eine Wanderkarte in der Touristinformation Neuzelle. Der Wald am Ortseingang Neuzelle aus Richtung Guben ist etwa zwei Kilometer lang und 100 bis 300 Meter breit.