ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

Hutfabrik-Party sorgt für Ärger

Die Weihnachtsparty in der Hutfabrik sorgt jetzt für Ärger zwischen Bauaufsicht und Veranstalter.
Die Weihnachtsparty in der Hutfabrik sorgt jetzt für Ärger zwischen Bauaufsicht und Veranstalter. FOTO: dsf
Guben. Für Wirbel sorgt die Weihnachtsparty in der ehemaligen Gubener Hutfabrik in der Alten Poststraße. Die hätte nämlich gar nicht stattfinden dürfen, sagt der Landkreis und droht dem Veranstalter nun mit Konsequenzen. Daniel Schauff

Die Weihnachtsparty in der ehemaligen Hutfabrik in der Alten Poststraße ist mittlerweile eine junge Tradition in der Neißestadt. Für viele Heimkehrer über die Festtage ist sie eine Gelegenheit, Bekannte aus Schulzeiten wiederzutreffen und bis in den frühen Morgen des Weihnachtstages gemeinsam zu feiern. Die jüngste Veranstaltung vom 24. zum 25. Dezember aber sorgt jetzt für eine Menge Ärger zwischen Veranstalter und der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Spree-Neiße.

Eigentlich, so die Behörde, dürfen in der Hutfabrik Partys grundsätzlich nicht stattfinden. Grund ist ein abgelehnter Antrag auf Nutzungsänderung aus dem Jahr 2015. Demnach ist der Bau für Veranstaltungen grundsätzlich nicht zugelassen, erklärt die Behörde. Dabei spiele es keine Rolle, wer den Antrag eingereicht habe und wer den negativen Bescheid erhalten habe. Das Partyverbot gilt für das Gebäude.

Thomas Alisch, Partyveranstalter aus Neuzelle, hat dennoch eine Weihnachtsparty vom 24. bis 25. Dezember bei der Stadtverwaltung in Guben angezeigt. Die Hutfabrik habe er dafür gemietet und habe mit der Anzeige bei der Stadt ordnungsgemäß gehandelt, sagt er. Die Stadt hat die Anzeige daraufhin an die zuständige Stelle bei der Kreisverwaltung weitergeleitet. Von dort erhielt Thomas Alisch allerdings eine Absage in Form einer Nutzungsuntersagung - mit sofortiger Wirkung. Das heißt: Auch wenn der Veranstalter Widerspruch einlegt, gilt das Verbot bis zur Entscheidung über den Widerspruch, also auch für die Weihnachtstage, erklärt die Bauaufsicht. Die Party sei demnach illegal gewesen und man werde "entsprechende Maßnahmen" einleiten. Welche das sein werden, könne man erst nach genauer Prüfung des Falls sagen.

Thomas Alisch will die Androhung des Kreises aber nicht hinnehmen. Zum einen sei gegen das Nutzungsverbot unverzüglich Widerspruch eingelegt worden. Der sei noch nicht bearbeitet. Ein Passus zur "nicht aufschiebenden Wirkung" habe es in dem Schreiben des Kreises nicht gegeben, sagt er. Somit gelte ein Nutzungsverbot erst nach Entscheidung über den Einspruch. Zum anderen habe der Kreis die Untersagung an den Getränkehandel Alisch gesendet, nicht aber an ihn als eigenständigen Partyveranstalter - und somit an die falsche Adresse. Beim Getränkehandel sei er als Assistent der Geschäftsführung beschäftigt. Sein Vater und Inhaber Bernd Alisch habe dagegen mit der Weihnachtsparty nichts zu tun. Ihm als Partyveranstalter sei das Verbot demnach nicht ordungsgemäß zugestellt worden. Gegen die angedrohten Maßnahmen des Kreises will er - falls nötig - vorgehen, kündigt Alisch an.

Beim Kreis allerdings hält man am Nutzungsverbot fest. Die Nutzungsuntersagung, die der Getränkehandel Alisch erhalten habe, sei eigentlich gar nicht nötig gewesen, heißt es von dort. Der negativ beschiedene Nutzungsänderungsantrag von 2015 habe Bestand, die Nutzungsuntersagung sei nur ausgesandt worden, um gegenüber dem Veranstalter der Weihnachtsparty dem Verbot Nachdruck zu verleihen. Daher sei die Veranstaltung illegal gewesen. Darüber hinaus sei die Nutzungsuntersagung nicht nur an den Geschäftsführer des Getränkehandels, sondern auch an Thomas Alisch als Assistenten der Geschäftsführung gegangen. Demnach habe es dem Partyveranstalter vorgelegen.

Mit der Stadt, sagt Thomas Alisch, gab es in den vergangenen Monaten bereits Gespräche über mögliche neue Orte für Veranstaltungen wie die Weihnachtsparty. Dass die Hutfabrik keine Dauerlösung sei, sei ihm bewusst.

Zum Thema:
Den vom Landkreis 2015 negativ beschiedenen Nutzungsänderungsantrag für die Hutfabrik hatte nach RUNDSCHAU-Recherche nicht Thomas Alisch, sondern ein anderer Mieter der Hutfabrik und Partyveranstalter gestellt. Diesem war auch der Negativbescheid zugegangen. Dennoch gelte das Veranstaltungsverbot für alle Veranstaltungen, unabhängig vom jeweiligen Veranstalter, erklärt die Kreisverwaltung.