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| 16:50 Uhr

Hunderte Menschen protestieren gegen neuen Tagebau Jänschwalde-Nord

Teilnehmer des 10. Sternmarsches für die vom Braunkohletagebau bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz im Südosten von Brandenburg halten am 08.01.2017 ein Transparent mit der Aufschrift „Die Lausitz kann mehr als Kohle, Herr Woidke! Keine neuen Tagebaue - Strukturwandel jetzt!“ auf einer einer Kundgebung nahe Kerkwitz (Brandenburg). Die Einwohner wehren sich seit Jahren gegen den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord und gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Jänschwalde (Spree-Neiße). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB +++(c) dpa - Bildfunk+++
Teilnehmer des 10. Sternmarsches für die vom Braunkohletagebau bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz im Südosten von Brandenburg halten am 08.01.2017 ein Transparent mit der Aufschrift „Die Lausitz kann mehr als Kohle, Herr Woidke! Keine neuen Tagebaue - Strukturwandel jetzt!“ auf einer einer Kundgebung nahe Kerkwitz (Brandenburg). Die Einwohner wehren sich seit Jahren gegen den geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord und gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes in Jänschwalde (Spree-Neiße). Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Grabko. Aus Protest gegen eine Ausweitung des Braunkohletagebaus sind erneut Hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Die Grünen fordern einen Ausstieg nach Plan. dpa/bb

Mehrere Hundert Menschen haben am Sonntag im Süden Brandenburgs mit einem Sternmarsch gegen die drohende Abbaggerung ihrer Dörfer protestiert. Aus drei Richtungen kamen die Teilnehmer zusammen, um gegen die Erweiterung des Grubengebiets Jänschwalde zu protestieren. Aufgerufen zu dem Protest hatten unter anderem die Grünen.

Die Dörfer Kerkwitz, Grabko und Atterwasch müssten dem neuen Abbaggerungsgebiet weichen, wenn die Pläne tatsächlich umgesetzt würden. Derzeit läuft ein Planverfahren. Ob der neue Tagebaubetreiber LEAG die einstigen Vattenfall-Pläne allerdings auch weiterverfolgt, ist bislang unklar.

Auf Transparenten wandten sich Teilnehmer gegen die Haltung der rot-roten Landesregierung unter Regierungschef Dietmar Woidke (SPD), die ein festes Ausstiegsdatum ablehnt. „Die Lausitz kann mehr als Kohle, Herr Woidke“, hieß es auf einem Transparent. Woidke hatte zuletzt betont, er halte die Braunkohle für notwendig, solange es keine zuverlässige Alternative gebe. Andernfalls führe ein Ausstieg nur zu Stromimporten aus ausländischen Kohle- oder Atomkraftwerken, wenn die Sonne nicht scheine und der Wind eine Flaute habe.

Der Grünen-Landeschef Clemens Rostock sprach von rund 800 Teilnehmern bei dem Sternmarsch. „Wir hoffen auf einen Ausstieg nach Plan.“ Bei dem inzwischen 10. Sternmarsch gebe es viel Optimismus. „Die Diskussionsbereitschaft hat sich verändert“, sagte er zur Haltung der Braunkohle-Befürworter. Er setze darauf, dass die Grünen mit der Bundestagswahl an der Regierung beteiligt würden und es dann ein klares Ausstiegsszenario gebe.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock berichtete auf dem Sternmarsch von den Klimakonferenzen in Paris und Marrakesch, an denen sie teilgenommen habe. „Die Weltgemeinschaft hat sich auf der Klimakonferenz in Paris zum Ende von Kohle, Öl und Gas bekannt. Das gilt auch für Brandenburg“, sagte sie laut Mitteilung. „Statt neue Tagebaue in Aussicht zu stellen, muss sich die Landesregierung nun federführend darum kümmern, den bereits laufenden Strukturwandel in der Region zu begleiten.“

Der Marsch findet seit zehn Jahren an einem der ersten Sonntage des Jahres statt. Nach Angaben des örtlichen Bürgerbündnisses könnten drei Orte mit etwa 900 Einwohnern umgesiedelt werden. Weitere Dörfer würden in eine nach Ansicht der Kritiker unzumutbare Randlage geraten.