Ein Leben ohne Zirkus kann sich der 59-Jährige gar nicht mehr vorstellen. Er selbst ist in einer Zirkusfamilie aufgewachsen und habe schon als Kind viele Saltos geschlagen. Nun führt er die Familientradition bereits in siebter Generation fort. Auch seine beiden Söhne Roberto und Gino sind Artisten. Der eine am Boden, der andere in der Luft. Ihren Beruf haben sie in der Artistenschule in Berlin erlernt. "Wir legen Wert auf diese Tradition", sagt Ortmann. Zwingend vorausgesetzt ist die Ausbildung jedoch nicht.

Joschi Ortmann hat sich mittlerweile auf Tierdressuren spezialisiert. "Rund drei Jahre dauert es, bis ein Tier manegenreif ist", erzählt er. Davor sei viel Geduld gefragt, bis das Vertrauen gewonnen und die Tiere ans Publikum und das Manegenlicht gewöhnt sind. "Bei Kamelen dauert es nicht ganz so lange wie bei Pferden", sagt er. Dafür könnten die Hengste letztlich aber auch mehr Kunststücke vorführen.

Rund 40 Tiere sind aktuell mit dem Zirkus auf Reisen.

Der traditionelle DDR-Zirkus ist alle zwei Jahre in Guben. "Die Gubener sind ein tolles Publikum", sagt Ortmann. Neu in diesem Jahr ist das Hüpfburgenland für Kinder, unter anderem mit Sechs-Meter-Rutsche und Kletterturm. "Das ist für uns ein gutes Zubrot für den Winter", sagt der Zirkuschef. Das Winterquartier wird in Wittstock/Dosse aufgeschlagen. "Doch sobald die ersten Frühlingsstrahlen kommen, geht es wieder auf Tournee", erzählt Ortmann.

Die Zirkusvorstellungen beginnen donnerstags und freitags jeweils um 16 Uhr, samstags um 15 und 18 Uhr sowie sonntags um 14 Uhr. Ab Freitag ist das Abenteuer-Hüpfburgenland von 14 bis 18 Uhr geöffnet.