Die Kiefernwälder nicht nur in der Neißeregion sind akut gefährdet. Schuld an einem drohenden Baumsterben ist eine gefräßige Raupe, die die Forstleute „Nonne“ nennen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Förster mit kritischen Blicken auf Wälder zwischen Pinnow und Staakow und auch bei Bärenklau geschaut. Dort hatten Nonnenraupen schon Waldstücke ratzekahl gefressen (die RUNDSCHAU berichtete).
Doch das größere Problem liegt im Süden des Spree-Neiße-Kreises. Seit Wochenanfang wurden dort mehr als 3000 Hektar Wald mit dem Pflanzenschutzmittel „Karate“ behandelt. Es ist derzeit das einzig zugelassene Mittel gegen die Nonne. Die Dosis ist winzig, allerdings ist die Wirkung um so größer.
„Auf einen Hektar Wald werden ganze 30 Liter (drei Gießkannen) Wasser verteilt, in denen sich 150 Gramm des Pflanzenschutzmittels befinden“ , sagt Joachim Nugel, Sachbearbeiter Waldschutz im Amt für Forstwirtschaft in Peitz. Der Hubschrauber verfüge deshalb über eine ganz feine Sprühvorrichtung.
In der nächsten Woche wird er Kurs auf Waldflächen um Jänschwalde, Grabko, Bärenklau und Pinnow nehmen. Dort sollen rund 400 Hektar Kiefernbestände behandelt werden. Voraussetzung dafür aber ist, dass es nicht regnet. „Nach einer Stunde ist das Mittel zwar regenfest, aber wenn es ausgebracht wird, darf es eben nicht sofort abgespült werden“ , erklärt Joachim Nugel.
Der „Karate“ -Einsatz, der lange hinausgezögert und abgewägt wurde, ist ein Ärgernis vor allem für passionierte Beerensammler. Bis zum Sommer sollen diese Früchte des Waldes in den mit Schildern gekennzeichneten Gebieten lieber nicht gesammelt werden, sagen die Forstleute.
Anders ist es bei den Pilzen. Nur die, die jetzt schon gewachsen sind, sollten lieber stehen bleiben. Pilze, die nach dem Hubschraubereinsatz aus dem Boden kommen, könnten bedenkenlos geerntet werden, heißt es.
Lange vor dem Hubschraubereinsatz hatte Joachim Nugel die Ängste der vielen kleinen Privatwaldbesitzer zerstreut, die immense Kosten befürchtet hatten. „Bekämpfungsflächen, die nicht größer sind als 50 Hektar, werden auf Landeskosten behandelt. Wer größere Flächen hat, muss selbst bezahlen. Das ist vor allem im Süden des Spree-Neiße-Kreises der Fall“ , sagt Joachim Nugel.
Nach seinem Einsatz rund um Guben greift der Hubschrauber schon Ende nächster Woche die Nonnenraupen nördlich des einstigen Truppenübungsplatzes Lieberose an.