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Hohe Ausfälle bei Getreide

Spree-Neiße.. Die Landwirte der Region plagen ernste Sorgen: Seit reichlich einer Woche ernten sie das Getreide von den Feldern. Schon steht fest, dass die Erträge in diesem Jahr bis zu 50 Prozent niedriger als erwartet sein werden. Hannelore Grogorick

„Das ist für die Bauern ein echtes Problem“ , sagt Gerald Franke, Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Landkreis Spree-Neiße.
Ursache dafür, so Franke, ist ein denkbar ungünstiger Witterungsverlauf für die Getreidekulturen: ein langer Winter, in dem die Flächen ausgefroren sind, dann die extreme Trockenheit.
Im Spree-Neiße-Kreis gibt es 380 Landwirtschaftsunternehmen aller Eigentumsformen, die insgesamt 25 000 Hektar Mais- und Getreideflächen bewirtschaften. Fast alle sind schmerzhaft von den Ertragsausfällen betroffen.

Auszahlung im August
Etwas Hilfe ist in Aussicht. „Die Auszahlung von Fördermitteln soll vorgezogen werden“ , sagt Franke. Damit meint er Ausgleichszulagen für benachteiligte Gebiete, zu denen auch der Spree-Neiße-Kreis gehört. Die Gelder sollen etwa Ende August ausgezahlt werden.
Des Weiteren habe die EU-Kommission einem Antrag des Landes Brandenburg zugestimmt und Stilllegungsflächen zur Nutzung freigegeben. Auf diesen Flächen darf bis auf weiteres Grünes als Futter geerntet werden. Im Normalfall sind die Flächen für die Bauern tabu, Grund dafür ist die Marktregulierung.
Der Regen in den letzten Wochen hat dem Getreide nichts mehr gebracht. Im Gegenteil: „Er kam einfach zu spät. Durch ihn entstand ein zusätzlicher Schaden, weil sich Grünwuchs gebildet hat“ , sagt Franke. Kartoffeln und Mais dagegen ist die Feuchtigkeit bekommen. Sie dürfte sich dort auf die Erträge gut auswirken.